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Übergabeprotokoll Wohnung: was ist zu beachten?

Bevor eine neue Wohnung bezogen wird, sollte ein Übergabeprotokoll angefertigt werden. Das bringt Sicherheit für Mieter und Vermieter und protokolliert den aktuellen Zustand der Wohnung. Mängel und Schäden, wie Kratzer im Fußboden, gesprungene Fließen oder mangelhafte Fenster und Türen können im Übergabeprotokoll festgehalten werden. Doch was gilt es bei der Anfertigung und Unterzeichnung eines solchen Protokolls zu beachten und sollte das auch bei der Rückgabe der Wohnung gemacht werden? Diese und weitere Frage beantworten wir hier in diesem Beitrag.

 

Warum ein Übergabeprotokoll angefertigt werden sollte

Ein Übergabeprotokoll vermeidet im Zweifel Ärger zwischen Mieter und Vermieter. Jedes Zimmer der Wohnung sollte gemeinsam angesehen und überprüft werden. Bei dem Rundgang können eventuelle Renovierungsarbeiten besprochen werden, sowie elektrische Geräte oder Steckdosen auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Nur, wenn die Mängel und Schäden ordentlich protokolliert werden und eine Vereinbarung zum Umgang mit den Mängeln getroffen wird, kann man sich später darauf berufen.

 

Was muss im Übergabeprotokoll festgehalten werden?

Bei der Anfertigung eines Übergabeprotokoll sollten jegliche Mängel in der Wohnung festgehalten werden. Dafür ist zu überprüfen, ob zum Beispiel die Heizung funktioniert, die Steckdosen funktionsfähig sind, Risse in den Wänden oder Wasserflecken vorhanden sind. Funktionieren die Wasserhähne ordnungsgemäß? Sind die Fußleisten sauber und korrekt angebracht worden und gibt es eventuell auffällige Kratzer oder Fugen im Parkett?

Außerdem kann im Übergabeprotokoll vereinbart werden, in welchen Zustand die Wohnung übergeben werden muss, wenn der Mieter wieder auszieht. Sowohl Mieter als auch Vermieter erlangen dadurch Sicherheit, was im Fall eines Auszuges zu beachten ist. Im Übergabeprotokoll sollte auch die Anzahl der übergebenen Schlüssel vermerkt werden. Achten Sie darauf, dass nach Anfertigung des Protokolls jede Partei ein unterschriebenes Exemplar erhält, so haben Sie im Streitfall ein schriftliches Dokument zu Beweiszwecken.

 

Sachmängel im Übergabeprotokoll festhalten

Im schriftlichen Protokoll sollen alle Mängel aufgeschrieben werden, sowie eine Vereinbarung hinsichtlich Beseitigung getroffen werden. Es ist auf möglich, dass die Parteien den Sachmangel akzeptieren, eine Beseitigung also nicht erforderlich ist. In diesem Fall sind jedoch Gewährleistungs- oder Mietminderungsansprüche ausgeschlossen. Denn der Grundsatz ist: Mieter können die Miete mindern, wenn ein Sachmangel vorliegt, den sie nicht selbst verschuldet haben und der dazu führt, dass der Zustand der Wohnung vom vertragsgemäßen Zustand abweicht. Das Übergabeprotokoll spielt eine wichtige Rolle im "vertragsgemäßen Zustand", da hier genau der Status quo der Wohnung festgestellt wird.

 

Welche Besonderheiten sind beim Auszug zu beachten?

Wie bereits erwähnt, sollte ein Übergabeprotokoll nicht zur beim Bezug einer neuen Wohnung angefertigt werden, sondern ebenso bei der Abgabe der bisherigen Wohnung. Eine Wohnung muss bei Abgabe grundsätzlich nicht in dem exakt gleichen Zustand wie beim Einzug sein, denn normale Abnutzungs- und Verschleißerscheinungen gelten mit der Mietzahlung als abgegolten. Dennoch gibt es einiges zu beachten: Die Wohnung muss vollständig ausgeräumt sein, es sei denn, die vertragliche Vereinbarung weicht hiervon ab, z.B. bei Teil- oder Vollmöblierung der Wohnung. Wurde selbstständig ein Boden, z.B. Parkett oder Teppich, verlegt, muss dieser unter Umständen entfernt werden. Alle von Ihnen vorgenommenen baulichen Veränderungen an der Mietsache müssen in den Originalzustand zurückversetzt werden, denn der Vermieter hat Anspruch auf Wiederherstellung in den ursprünglichen Zustand. Anderes gilt, wenn der Vermieter einer baulichen Veränderung ausdrücklich zugestimmt hat und Ihnen schriftlich versichert hat, dass dies bei Auszug nicht zurückversetzt werden muss.

Bei Auszug muss der Mieter dem Vermieter sämtliche Schlüssel aushändigen. Das gilt auch für Schlüssel, die der Mieter selbstständig hat nachfertigen lassen. Für verlorene Schlüssel haftet der Mieter. Im Zweifel kann ein verlorener Schlüssel zu hohen Kosten führen, da unter Umständen aus Sicherheitsgründen ein neues Schloss eingebaut werden muss.

 

Die häufigsten Mängel, die bei einer Wohnungsübergabe festgestellt werden

Je nachdem, wie lange ein Mieter in einer Wohnung wohnt, wirkt die Wohnung mehr oder weniger abgenutzt. Während normale Abnutzungserscheinungen jedoch vom Vermieter hingenommen werden müssen, da dies mit der Mietzahlung abgegolten wird, gibt es dennoch eine Reihe von Schäden, die nach einer gewissen Wohnzeit auftreten. Bei Neueinzug in die Wohnung sollte deshalb besonders auf die nachfolgenden Punkte geachtet werden:

 

Gesprungene Fliesen

Werden in der Küche oder im Bad Dinge montiert, Schränke oder Bilder aufgehängt, kann es schnell zu Rissen in den Fließen kommen. Kleinere Risse können dann schon mal dazu führen, dass die ein oder andere Fliese springt. Kaputte Fliesen im Bad oder der Küche sollten unbedingt protokolliert werden.

Leck am Wasserhahn

Auch Wasserhähne, Duschen oder andere Armaturen sind für Schäden anfällig. Es kommt durchaus mal vor, dass ein Wasserhahn nicht mehr ganz dicht ist oder die Armaturen so sehr verkalkt, dass das Wasser nur noch tropfenweise heraus kommt. Überprüfen Sie alle Sanitäranlagen bei Einzug, sodass Ihnen solche Mängel auffallen und Sie den Vermieter zur Beseitigung auffordern können.

Defekte Türen

Egal ob Haustür, Wohnungstür oder einzelne Zimmertüren, nicht selten treten hier kleine Defekte auf. Manchmal sind die Türen nicht richtig schließbar, springen ständig auf oder die Optik lässt zu wünschen übrig. Protokollieren Sie hier auf jeden Fall jegliche Auffälligkeiten.

Undichte Fenster

Nicht nur Türen in einer Wohnung sind anfällig für Mängel, auch Fenster können betroffen sein. Risse in der Fensterscheibe müssten wohl leicht festzustellen sein, schwieriger wird es bei der Überprüfen, wie dicht die Fenster schließen. Hier ist natürlich auch auf den Gesamtzustand der Wohnung zu achten. Dass in einem Altbau die Fenster nicht zu hundertprozentig dicht sein können, dürfte jedem klar sein.

Sonstiges

Neben den aufgeführten Punkten gibt es selbstverständlich noch weitere fehleranfällige Stellen in Wohnräumen. Noch erwähnten wollen wir hier den Punkt, dass auch Wasseruhren, Heizkörpermessgeräte und z.B. Gaszähler notiert werden sollten, damit auch später nachvollzogen werden kann, auf welchem Stand diese sich befanden.

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