Mietkautions­versicherung: Die Alternative zur Barkaution

Das in der Regel durch den Beginn eines neuen Mietverhältnisses auch eine Mietkaution hinterlegt werden muss, ist vielen Mieter*innen bekannt. Gemäß § 551 BGB ist es Vermietern nämlich gestattet, eine Mietsicherheit vom Mieter zu verlangen. Die am häufigsten verwendete Art der Mietsicherheit ist die Zahlung einer Barkaution. Hierbei überweist der Mieter die Geldsumme an den Vermieter und dieser legt den Betrag für den Zeitraum des Mietverhältnisses auf einem separaten Treuhandkonto an.

Doch gibt es neben der Barkaution noch anderweitige Möglichkeiten, um eine Mietsicherheit beim Vermieter zu hinterlegen? Ja, in Form einer Mietkautionsversicherung.

Denn auch Kautionsversicherungen stellen gemäß § 551 BGB eine Mietkautionsbürgschaft dar. Ein wesentlicher Vorteil der Mietkautionsversicherung ist, dass kein Geld an den Vermieter gezahlt werden muss und Mieter somit finanziell liquide bleiben.

Im folgenden Beitrag wollen wir von LAWIO zudem erörtern, wie eine Mietkautionsversicherung im Detail funktioniert, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen und wie Schadensfälle durch die Mietkautionsversicherung geregelt werden.

Was ist eine Mietkautions­versicherung?

Bei einer Mietkautionsversicherung handelt es sich um eine Mietsicherheit im Sinne des § 551 BGB. Während die Barkaution durch eine Geldzahlung an der Vermieter geleistet wird, stellt die Mietkautionsversicherung eine Mietbürgschaft dar. Bei der Anwendung einer Mietkautionsversicherung bürgt daher die Versicherungsgesellschaft für offene Forderungen des Vermieters gegenüber dem Mieter.

Im Klartext: Mit einer Mietkautionsversicherung zahlen Mieter kein Geld direkt an den Vermieter. Durch den Abschluss einer Kautionsversicherung erhält der Mieter von der Versicherungsgesellschaft eine Bürgschaftsurkunde, die beim Vermieter als Mietsicherheit hinterlegt wird. Es handelt sich somit um eine bargeldlose Form der Mietkaution.

Vergleich Barkaution vs. Kautionsversicherung

Barkaution Mietkautionsversicherung
Einschränkung der Liquidität des Mieters,
da Mietkaution zum Beginn des Mietverhältnisses fällig wird
finanzielle Flexibilität, da die monatlichen Versicherungsbeiträge
nur ca. 4 - 6 Prozent der Kautionssume ausmachen
Zahlung eines Geldbetrages Hinterlegung einer Bürgschaftsurkunde
Bei offenen Forderungen:
direkter Kontakt zum Vermieter
Bei offenen Forderungen:
i.d.R. Forderung wird vom Bürgen erbracht,
Versicherung fordert im zweiten Schritt das Geld vom Mieter
Nach Beendigung des Mietverhältnisses:
ggf. dauert die Rückzahlung der Mietkaution Monate
Nach Beendigung des Mietverhältnisses:
Nur im Fall von offenen Forderungen müssen Mieter zahlen,
ansonsten muss nur Mietkautionsversicherung gekündigt werden

Wie funktioniert die Mietkautions­versicherung?

Seit dem Jahr 2008 sind Mietkautionsversicherungen offiziell zulässig. Somit kann diese Form der Erbringungen einer Mietsicherheit anstelle von den Kautionsarten der Bankbürgschaft, des Kautionssparbuches oder der Barkaution von Mietern genutzt werden.

Doch wie funktioniert eine Mietkautionsversicherung im Detail?

Zuerst einmal müssen sich Mieter darüber informieren, welche Versicherungen bzw. Unternehmen den Service einer Mietkautionsversicherung anbieten.

Kautionsfrei.de, Kautionsfuchs, kautel Mietkaution, die SWK Bank oder die Deutsche Kautionskasse AG sind beispielsweise solche Unternehmen, die Mietkautionsversicherungen anbieten.

Im Gegenzug dafür, dass die Dienstleister Mietern eine Bürgschaftsurkunde ausstellen, wird meist ein monatlicher Beitrag für Mieter fällig, welcher sich prozentual an der Mietkaution orientiert. Monatliche Beträge machen in der Regel zwischen 4 und 6 Prozent der gesamten Mietsicherheit aus. Der Betrag der Mietsicherheit, der vom Vermieter rechtlich gemäß § 551 Abs. 1 BGB gefordert werden kann, darf die Höhe von drei Nettokaltmieten auch bei Bürgschaften durch eine Mietkautionsversicherung nicht übersteigen.

Zudem sollten Mieter im Vorhinein die Bedingungen des Kautionsversicherungs-Anbieters gründlich überprüfen, da es hier auch zu Unterschieden bezüglich der Beiträge, Kautionssumme, der "Zahlung auf erstes Anfordern" oder der Kündigungsfristen kommen kann.

Welche Voraussetzungen gelten bei Mietkautions­versicherungen?

Da es sich bei der Mietkautionsversicherung um eine Bürgschaft handelt, gelten gesetzlich die selben Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), wie bei der Zahlung der Mietkaution an den Vermieter.

Diese Regelungen beziehen sich auf folgende drei Aspekte:

  1. Die Höhe der im Mietvertrag vereinbarten Mietkaution.
    Diese darf die Höhe von drei Nettokaltmieten gemäß § 551 Abs. 1 BGB nicht überschreiten.
  2. Die Zahlung der Mietkaution in Raten.
    Gemäß § 551 Abs. 2 BGB darf die Zahlung der Mietkaution in drei gleichen monatlichen Raten erfolgen
  3. Die Mietkaution muss vom Vermieter nach § 551 Abs. 3 BGB angelegt werden.

 

Eine weitere Voraussetzung für die Nutzung einer Mietkautionsversicherung ist die Bonität des Mieters. Erst, wenn das Ergebnis der Bonitätsprüfung positiv ist, sind Versicherungsgesellschaften gewillt für eventuelle Mietschäden des Mieters zu bürgen. Versicherungen prüfen bereits im ersten Schritt die Bonität, bevor sie den Interessenten einen Vertrag zur Unterschrift zukommen lassen. Der Abschluss einer Mietkautionsversicherung trotz eines negativer SCHUFA ist somit nicht möglich.

Was sind die Vorteile bzw. Nachteile?

Vorteile Nachteile
+ Mieter sind finanziell flexibler, da nur die monatlichen Versicherungsbeträge
gezahlt werden müssen und nicht die gesamte Barkaution
- nur für Mieter mit Bonität nutzbar
+ Im Schadensfall hilft die Versicherung ggf. bei der Prüfung, ob die Forderung
des Vermieters rechtens ist
- monatliche Beiträge sind Kosten, die bei
der Barkaution nicht anfallen würden
+ Kundenservice der Versicherungsgesellschaft
+ Bürgschaftsurkunde wird i.d.R. in wenigen Tagen ausgestellt
+ Vermieter wissen, dass Mieter zahlungsfähig ist (aufgrund der
vorherigen Bonitätsprüfung der Versicherung)
+ die Auszahlung von der bereits gezahlten Mietkaution möglich
+ risikofrei, da jederzeit kündbar zum Ende des Mietverhältnisses

Kautionsversicherungen im Vergleich

Im Folgenden haben wir 4 verschiedene Anbieter für Sie im Vergleich. Dabei listen wir Ihnen die wichtigsten Aspekte und Bedingungen zu den einzelnen Mietkautionsversicherungen von Kautionsfrei.de, Kautionsfuchs, der SWK Bank, Kautel und Moneyfix auf.

Vertragliche Inhalte Kautionsfrei.de
kautionsfrei.de
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrages
5,25 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Ja
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Beides möglich
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? keine
jährlicher Mindestbeitrag 50 Euro
Vertragliche Inhalte Kautionsfuchs
kautionsfuchs.de
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrag
4,5 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Nein
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Auf erstes Anfordern
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? keine
jährlicher Mindestbeitrag 50 Euro
Vertragliche Inhalte Kautionsfrei.de
kautionsfrei.de
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrages
5,25 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Ja
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Beides möglich
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? keine
jährlicher Mindestbeitrag 50 Euro
Vertragliche Inhalte Kautionsfuchs
kautionsfuchs.de
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrag
4,5 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Nein
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Auf erstes Anfordern
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? keine
jährlicher Mindestbeitrag 50 Euro
Vertragliche Inhalte SWK Bank
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrag
3,99 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Nein
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Auf erstes Anfordern
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? 800 Euro
Vertragliche Inhalte Kautel Mietkaution
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrag
4,7 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Nein
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Auf erstes Anfordern
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? 400 Euro
jährlicher Mindestbeitrag 50 Euro
Vertragliche Inhalte SWK Bank
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrag
3,99 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Nein
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Auf erstes Anfordern
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? 800 Euro
Vertragliche Inhalte Kautel Mietkaution
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrag
4,7 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Nein
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Auf erstes Anfordern
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? 400 Euro
jährlicher Mindestbeitrag 50 Euro
Vertragliche Inhalte Moneyfix Mietkaution
d. Deutschen Kautionskasse AG
Prozentualer Anteil d.
Bürgschaftsbeitrag
4,7 Prozent der Mietkaution
Überprüfung der Vermieterforderungen? Nein
Zahlung auf "erstes Anfordern" oder nicht? Auf erstes Anfordern
Kündigungsfristen? keine
Mindestsumme für Mietkaution? keine
jährlicher Mindestbeitrag 25 Euro

Wie sind offene Forderungen des Vermieters bei der Mietkautionsversicherung geregelt?

Sobald ein Mietverhältnis beendet wird, haben Mieter einen Anspruch auf die Auszahlung der Mietkaution. Doch wie verhält es sich, wenn der Mieter im Zuge der Mietkautionsversicherung eine Bürgschaftsurkunde beim Vermieter hinterlegt hat? Und was passiert, wenn der Vermieter zum Ende des Mietverhältnisses Forderungen gegenüber dem Versicherten geltend machen will?

Wie bei der Rückzahlung der Barkaution können zwei Szenarios eintreten.

  1. Der Vermieter stellt nach Beendigung des Mietverhältnisses keine weiteren ForderungenIn solch einem Fall bekommen Mieter die hinterlegte Bürgschaftsurkunde vom Vermieter zurückgesendet und könne diese dann an die Versicherungsgesellschaft weiterleiten, um so die Mietkautionsversicherung zu kündigen.
  1. Der Vermieter macht seinem Recht Gebrauch, die Mietkaution für einen „angemessenen Zeitraum“ einzubehalten, um Ansprüche gegenüber den Mieter zu prüfen.Bei einer Barkaution können Mietschulden oder Forderungen aus nicht geleisteten Schönheitsreparaturen oder ausstehenden Nebenkostenabrechnungen mit dem hinterlegten Geldbetrag verrechnet werden. Diesbezüglich kann die Rückzahlung der Mietkaution erst nach einigen Monaten erfolgen.

Mit einer Mietkautionsversicherung meldet der Vermieter seine Zahlungsforderungen beim Bürgen des Mieters – der Versicherungsgesellschaft.

Nun ist entscheidend, ob Sie als Mieter eine Mietkautionsversicherung mit „Zahlung auf erstes Anfordern“  abgeschlossen haben oder nicht.

  1. Mit der „Zahlungen auf erstes Anfordern“ zahlt die Versicherung den geforderten Betrag an den Vermieter aus und fordert ihn anschließend vom Mieter ein. Sofern Sie die Forderungen als nicht gerechtfertigt erachten, haben Sie erst im Nachhinein die Option zur Klage.
  2. Ohne eine Klausel für „Zahlungen auf erstes Anfordern“ wird die geforderte Summe nicht direkt von der Versicherungsgesellschaft an den Vermieter geleistet. In diesem Fall haben Mieter die Möglichkeit des Einspruchs, bevor die Forderung an den Vermieter ausgezahlt wird.

Die Versicherung leitet den Betrag der ausgezahlten Forderungen an den Mieter weiter, da es sich bei Mietkautionsversicherungen um selbstschuldnerische Bürgschaften handelt.

Wie kann man die Mietkautionsversicherung kündigen?

Wenn das Mietverhältnis beendet wird, sollten Sie zeitgleich die Mietkautionsversicherung kündigen. Dafür müssen Sie zudem die Bürgschaftsurkunde vom Vermieter einfordern und im Anschluss an die Versicherungsgesellschaft zurücksenden.

Kündigungsfristen bestehen in aller Regel nicht, weshalb Mietkautionsversicherungen täglich kündbar sind und somit tagesgenau abgerechnet werden, sodass Sie keine unnötigen Beiträge zahlen müssen.

Wichtig: Die alte Bürgschaftsurkunde kann nicht beim neuen Vermieter eingereicht werden, da sich die Beiträge und die Höhe der Bürgschaft nach den Bedingungen des jeweiligen Mietverhältnisses berechnen lassen.

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