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Die Mietminderungs­tabelle

Wenn Mieter mit Mietmängeln konfrontiert sind, hören Sie von Freunden oder Bekannten oftmals, dass Sie vor der Mietminderung in eine sogenannte Mietminderungstabelle schauen sollen.

Was eine Mietminderungstabelle ist, wofür Sie genutzt werden kann und welche Informationen eine Mietminderungstabelle bereit hält, wollen wir von LAWIO in diesem Beitrag klären.


Was ist eine Mietminderungstabelle?

Das Mietrecht ermöglicht es Mietern (gemäß §536 BGB) die Miete bei erheblichen Mietmängeln in der Wohnung zu mindern.

In welcher Höhe die Mietminderung rechtlich zulässig ist, wird vom Gesetz nicht eindeutig festgelegt. Hier ist die Rede von einem „angemessenen Betrag„. Die Mietminderungsquote ist somit abhängig von dem Zeitraum und dem Umfang der Einschränkungen.

Beispiel: Wenn in einer Mietwohnung drei Räume aufgrund eines Wasserschadens für drei Wochen gesperrt werden müssen, fällt die Mietminderungsquote in der Regel höher aus, als bei einer defekten Elektronik im Treppenhaus, welche bereits nach einer Woche repariert wird.

Doch wie hoch darf die Mietminderung sein, damit Mieter keine rechtlichen Probleme bekommen bzw. einen Zahlungsverzug riskieren?

Mietminderungstabellen bieten Mietern diesbezüglich die Möglichkeit, sich an vergangenen Urteilen bzw. Rechtsprechungen ähnlicher Mietminderungsfälle zu orientieren. Auch, wenn im Streitfall der jeweilige Einzelfall gerichtlich geprüft wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Mietminderungsquote für vergleichbare Mietmängel zulässig ist.


Wofür braucht man die Mietminderungstabelle?

Mietminderungstabellen sind eine Übersicht vergangener Urteile zu Mietminderungen. Sofern Mieter eine Mietminderungsquote für den eigenen Schadensfall abschätzen wollen, bieten Mietminderungstabellen einen ersten Anhaltspunkt. Falls der Vermieter die Mietminderungshöhe ablehnt, können Mieter anhand der Mietminderungstabelle auf vergleichbare Urteile der Gerichte verweisen.


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Wie sieht eine Mietminderungstabelle aus?

Mietminderungstabellen enthalten Informationen zum Mangel, den Verweis zum jeweiligen Urteil und über die Mietminderungshöhe.


Mietminderungstabelle Schimmel

Im Folgenden sind Urteile gelistet, die sich mit der Mietminderung bei Schimmel in der Wohnung befasst haben.

 

Schimmel­bildung im Badezimmer:

Bei einer Schimmelbildung im Badezimmer steht dem Mieter eine Mietminderung zu entschied das Amtsgericht Schöneberg. Bei Schimmel ist es jedoch wichtig nachweisen zu können das der Mangel fremd Verschuldet ist und der Mieter regelmäßig lüftete. Auch die durch den Schimmel entstandenen Schäden rechtfertigen eine Mietminderung da der Mieter erneut nicht den Mangel verursachte.

Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 10.04.2008


Schimmel durch Baumangel:

In der Mietwohnung kam es zur Schimmelbildung aufgrund eines Baumangels am Außenbereich. Die Wohnqualität wurde somit erheblich eingeschränkt und durch das Amtsgericht Köln kam es zur Mietminderung. Das Amtsgericht Köln entschied zugunsten des Mieters, da dieser nicht für den Baumangel verantwortlich sei und somit den Schimmelbefall nicht selbst verursachte.

Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 10.04.2008

 

Mietminderungstabelle: Mängel in der Wohnung

Mietminderung Abwasserstau:

Wie das Amtsgericht Groß-Gerau entschied, steht Vermietern eine Mietminderung bei austretendem und übelriechendem Abwasser zu. Der Mieter jedoch muss für eine geltende Mietminderung beweisen können, dass er diesen Mangel nicht selbt verursachte. Aus Abwasserrohren wie Badewanne oder Toilette austretendes Awasser mindert somit die Wohnqualität erheblich und Mietern steht dadurch eine minderung der Miete nach § 536 BGB zu.

Amtsgericht Groß-Gerau, Urteil vom 19.07.1979


Mietminderung Toilette:

Bei einer nicht funktionierenden Toilette steht dem Mieter eine Mietminderung zu. Ebenfalls entschied das Landgericht Berlin, das dem Mieter bei einer verkalkten Toilette im Badezimmer eine Minderung der Miete zusteht da es die optische Wohnqualität des Mieters beeinträchtigt.

Landgericht Berlin, Urteil vom 13.01.2004


Mietminderung Wasserleitungen:

Das Landgericht Berlin entschied zugunsten des Mieters im Falle zugefrorener Wasserleitungen im Badezimmer. Die Qualität der Wohnung und die Lebensqualität des Mieters wurden durch die Unbenutzbarkeit eingeschränkt was zu einer Mietminderung durch das Landgericht Berlin führte.

Landgericht Berlin, Urteil vom 08.11.1994


Mietminderung Dusche:

Eine defekte Dusche oder der dadurch verursachte Schaden wie Überschwemmung ist ein Mietminderungsgrund. Dies entschied das Amtsgericht Gießen im Falle einer undichten Dusche, welche zu einem regelmäßig nassen Boden führten. Dieser Mangel beeinträchtigt die Lebens- und Wohnqualität und somit wurde zugunsten des Mieters das Urteil ausgesprochen. Das Amtsgericht Köln entschied ebenfalls für den Mieter das Recht auf eine Mietminderung aus da dieser weder die Badewanne noch die Duschanlage benutzen konnte. Des Weiteren wurde vom Landgericht Berlin eine Mietminderung aufgrund eines verkalkten Bades festgelegt.

Amtsgericht Gießen, Urteil vom 05.11.2015 / Amtsgericht Köln, Urteil vom 01.04.1996 / Landgericht Berlin, Urteil vom 13.01.2004


Mietminderung Balkon:

Wie das Amtsgericht Köln entschied, haben Mieter Anspruch auf eine Mietminderung, wenn der Balkon nicht nutzbar ist. Die Wohnqualität kann durch die Unbenutzbarkeit des Balkons eingeschränkt sein worauf die Mieter ein vertragliches Recht haben. Das Landgericht Hamburg entschied bereits zugunsten des Mieters eine Mietminderung aus da Mitmieter starke Raucher waren und somit der Qualm die Lebensqualität der Kläger einschränkte.

Amtsgericht Köln, Urteil vom 14.03.2013 / Landgericht Hamburg, Urteil vom 15.06.2012


Mietminderung Braunes Wasser:

Das Amtsgericht Münster sprach dem Kläger eine Mietminderung zu da dieser für die Wasserregulierung im Wohnhaus nicht zuständig ist und somit in der Opferrolle stand. Braunes Wasser trat aus mehreren Verbrauchsstellen aus was die Lebensqualität eines Mieters erheblich einschränkt und somit eine Mietminderung geltend gemacht werken kann.

Amtsgericht Münster, Urteil vom 21.11.2017


Mietminderung Warm- und Kaltwasser:

Laut dem Amtsgericht Münster haben Mieter das Recht auf eine Mietminderung, wenn diese im Badezimmer das kalte Wasser nicht regulieren können. Hier steht der Mieter nicht im Zugzwang, sondern der Vermieter muss für eine Kaltwasserregulierung im Wohnhaus sorgen.

Amtsgericht Münster, Urteil vom 21.11.2018


Mietminderung Decke:

Da Risse in der Zimmerdecke das Aussehen einer Mietwohnung verändern entschied das Landgericht Berlin zugunsten des Mieters. Die Wohnqualität beeinträchtigen wurde somit beeinträchtigt und eine Mietminderung musste geltend gemacht werden.

Landgericht Berlin, Urteil vom 13.01.2004


Mietminderung Küche:

Es wurde zugunsten des Mieters entschieden da diesem eine komplette und möblierte Küche versprochen wurde, jedoch nur eine Herdplatte bereitgestellt wurde. Dies entspricht nicht dem vereinbarten Mietvertrag, urteilte das Landgericht Dresden und eine Minderung der Miete wurde festgelegt. Der Gebrauch der Küche muss bei Einzug gewährleistet sein beschloss das Landgericht und das Fehlen der Küchenanlage stellte ein Mangel in der Mietsache dar, welchem nicht nachgekommen wurde. Ähnlich entschied das Landgericht Itzehoe in einem Urteil und setzte eine Mietminderung zugunsten des Mieters fest.

Landgericht Dresden, Urteil vom 05.05.1998 / Landgericht Itzehoe, Urteil vom 25.02.1997


Mietminderung Einblick:

Das Landgericht Berlin urteilte zugunsten des Mieters da dieser in seiner Wohnqualität und Privatsphäre durch Einblicke in sein Schlaf- und Badezimmer gestört wurde. Das Mietverhältnis war bei der Unterzeichnung des Mietvertrages ein anderes, was den Mangel rechtfertigte. Da es nur ein kleines Haus auf dem Nachbargrundstück vorher gab und keine Einblicke möglich waren, entschied das Landgericht Berlin, das der Mieter nicht damit rechnen, muss das, dieses Abgerissen wird und dort ein neues Wohnhaus gebaut wird. Das neue Mietverhältnis entsprach somit nicht mehr dem vorigen und dadurch wurde eine Mietminderung gerechtfertigt.

Landgericht Berlin, Urteil vom 05.04.2001


Mietminderung Einsturzgefahr:

Da die Decke eines Mieters nicht mehr sicher war und dieser Mangel durch den über ihm lebenden Mieter verursacht wurde kam es zu einer Minderung der Miete. Das Amtsgericht Bochum urteilte zugunsten des Mieters da dieser nicht für den Schaden verantwortlich war und in seiner Wohnqualität eingeschränkt wurde. Durch den Wasserschaden wies die Decke erhebliche Mängel auf, welche das Urteil von dem Amtsgericht Bochum rechtfertigen.

Amtsgericht Bochum, Urteil vom 28.11.1978


Mietminderung Ausfall der Elektrik:

Das Amtsgericht Neukölln entschied zugunsten des Mieters da dieser keine Elektrizität in der Wohnung nutzen konnte. Diesen Mangel verursachte ein Kabelbrand für welchen der Mieter nicht verantwortlich war. Das Amtsgericht Neukölln urteilte somit mit der Unbenutzbarkeit der Mietwohnung und eine Minderung der Miete konnte beansprucht werden.

Amtsgericht Neukölln, Urteil vom 20.10.1987


Mietminderung Estrich:

In diesem Falle wurde eine Mietminderung zugunsten des Mieters ausgesprochen da der Fußbodenbelag durch schlecht verputzten Estrich die Wohnqualität einschränkte. Durch die Umstände entstand eine nicht zumutbare Atmosphäre entschied das Amtsgericht Schöneberg. Der Bodenbelag durch den verspachtelten Estrich konnte weder den Schall absondern noch die Fußkälte verhindern, welche dadurch entstand.

Amtsgericht Schöneberg, Urteil vom 19.12.2013


Mietminderung Fenster:

Da die Fenster der Wohnung undicht waren, kam es zu dem Verlust von Wärme in den jeweiligen Räumen. Dieser Mangel würde zusätzliche Heizkosten verursachen und somit wurde eine Mietminderung vom Amtsgericht Villingen-Schwenningen geltend gemacht.

Amtsgericht Villingen-Schwenningen, Urteil vom 03.10.2015


Mietminderung Fernsehempfang:

Die Mietminderung wurde vom Amtsgericht Schwäbisch Gmünd durchgesetzt, da der Vermieter die Umstände wie bei der Unterzeichnung des Mietvertrages gewährleisten muss. Diese Umstände bezüglich des Fernsehempfanges hatten sich im zugrunde liegenden Falle verschlechtert, nachdem die Hausantenne ausfiel.

Amtsgericht Schwäbisch Gmünd, Urteil vom 07.09.2004

 

Mietminderungstabelle: Mängel im Gebäude

Mietminderung Aufzug:

Mieter haben Anspruch auf die Minderung ihrer Miete, wenn der Aufzug nicht funktionstüchtig ist oder sich in einer langen Reparaturphase befindet. Mehrere Amtsgerichte haben bereits wie das Amtsgericht München oder das Amtsgericht Berlin-Schöneberg zugunsten der Mieter Urteile ausgesprochen. Für funktionierende Aufzüge, die im Mietvertrag mitaufgenommen sind müssen, die Vermieter aufkommen da diese zur Mietsache gehören. Des Weiteren haben Mieter ebenfalls Anspruch auf einen benutzbaren Fahrstuhl während Bauarbeiten im oder am Wohnhaus. Hier entschied das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg erneut zugunsten des Mieters und rechtfertigte eine Mietminderung.

Amtsgericht München, Urteil vom 29.09.2015 / Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg, Urteil vom 15.01.2014 / Amtsgericht Berlin-Schöneberg, Urteil vom 26.08.2015


Mietminderung Sanierung:

Das Landgericht Berlin entschied zugunsten der Mieter eine Mietminderung aus da diese in ihrer Lebens- und Wohnqualität eingeschränkt wurden. Im Falle einer Kernsanierung an einem benachbarten Hause und die dadurch anfälligen Lärmbelästigungen wie auch der neu entstandene Staub sind laut dem Landgericht Berlin ein triftiger Grund eine Mietminderung geltend zu machen. Bei andauernden Bauarbeiten und die dadurch entstehenden Mängel sollten Mieter wissen, dass eine Mietminderung ihnen zusteht, welche sie über LAWIO durchsetzen können.

Landgericht Berlin, Urteil vom 13.03.2013


Mietminderung Baugerüst:

Mieter haben das Recht auf die Minderung ihrer Miete, wenn die Wohnqualität erheblich eingeschränkt ist durch langfristige Bauarbeiten am Haus und die dadurch notwendigen Baugerüste urteilte der Bundesgerichtshof. Diese Gerüste verändern durch Lärm und die optische Veränderung die Lebensqualität womit Mieter das Recht auf eine Mietminderung für den andauernden Zeitraum haben. Der Bundesgerichtshof entschied im Falle von Dachgeschossarbeiten und den notwendigen Baugerüsten zugunsten des Mieters. Des Weiteren kann durch Baugerüste die Nutzung des Balkons eingeschränkt werden was ebenfalls zu einer Mietminderung führt wie das Amtsgericht Hamburg entschied. Auch das Kammergericht Berlin entschied für eine Minderung der Miete da in einem Falle die Frischluftzufuhr und die erhöhte Einbruchgefahr durch das Baugerüst und die darüberliegende Plane einen erheblichen Mangel darstelle.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 12.12.2012 / Amtsgericht Hamburg, Urteil vom 24.08.1995 / Kammergericht Berlin, Urteil vom 08.01.2001


Mietminderung Briefkasten:

Die Nutzung und Bereitstellung eines funktionierenden Briefkastens gehört zu einer Wohnung. Zu dieser Entscheidung kam das Amtsgericht Mainz weshalb dem Mieter eine Mietminderung in diesem Falle zustand.

Amtsgericht Mainz, Urteil vom 06.05.1996


Mietminderung Dach:

Das Landgericht Berlin sprach einem Mieter eine Mietminderung zu da in dessen Wohnhaus Dachgeschossarbeiten vorgenommen wurden und diese erheblich die Wohnqualität einschränkten. Die durch den Ausbau des Daches verursachten Mängel waren somit Grund genug für das Landgericht Berlin zugunsten des Mieters zu entscheiden.

Landgericht Berlin, Urteil vom 15.03.2002

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