Lärm in der Wohnung

In der Ruhe liegt die Kraft – so sagt es ein schönes, altes Sprichwort. Es zeigt, welche wichtige Rolle Ruhe in unserem Alltag einnimmt. Umso unerfreulicher ist es, wenn Lärm den Frieden in den eigenen vier Wänden stört. Die Ursachen für eine Lärmbelästigung sind vielfältig: vom Baulärm bis zu den lauten Nachbarn. Doch Mieter sollten diesen Umstand nicht einfach hinnehmen und den Vermieter kontaktieren.

Lärmbelästigungen können nämlich zu einer erheblichen Einschränkung der Wohnqualität führen. In der Rechtssprache heißt es in diesem Kontext: Mangel an der Mietsache. Vorliegende Mängel können Mieter zur Minderung der Miete berechtigen.

Der folgende Beitrag soll Mieter informieren, ab wann man von einer Lärmbelästigung spricht, welche Geräuschpegel Mieter erdulden müssen, wie Ruhezeiten per Gesetz oder in der Hausordnung geregelt sind und wie Mieter bei einer Einschränkung durch Lärm ihre Miete mindern können.

Lärm in der Wohnung

In der Ruhe liegt die Kraft – so sagt es ein schönes, altes Sprichwort. Es zeigt, welche wichtige Rolle Ruhe in unserem Alltag einnimmt. Umso unerfreulicher ist es, wenn Lärm den Frieden in den eigenen vier Wänden stört. Die Ursachen für eine Lärmbelästigung sind vielfältig: vom Baulärm bis zu den lauten Nachbarn. Doch Mieter sollten diesen Umstand nicht einfach hinnehmen und den Vermieter kontaktieren.

Lärmbelästigungen können nämlich zu einer erheblichen Einschränkung der Wohnqualität führen. In der Rechtssprache heißt es in diesem Kontext: Mangel an der Mietsache. Vorliegende Mängel können Mieter zur Minderung der Miete berechtigen.

Der folgende Beitrag soll Mieter informieren, ab wann man von einer Lärmbelästigung spricht, welche Geräuschpegel Mieter erdulden müssen, wie Ruhezeiten per Gesetz oder in der Hausordnung geregelt sind und wie Mieter bei einer Einschränkung durch Lärm ihre Miete mindern können.

Was ist Lärm?

Jeder Mensch nimmt Geräuschkulissen unterschiedlich wahr und manch Mieter fragt sich, wie die Definition von Lärm lautet. Einen Erklärungsansatz bietet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit:

„Lärm ist jedes unerwünschte laute Geräusch. Das Ohr nimmt die Geräusche auf und verarbeitet die darin enthaltenen Informationen. Lärm wird sehr subjektiv wahrgenommen, das heißt, jeder Mensch empfindet Geräusche unterschiedlich (…).“

 

Quellen von Lärm

  • Kinderlärm
  • Baulärm
  • Heimwerkerlärm
  • Laute Nachbarn (durch Fernseherlautstärke, Musizieren oder Streitigkeiten)
  • Partylärm

 

Allgemeine Regelungen zur Lärmbelästigung

Die Ursache für den Lärm wurde identifiziert, doch welche Regelungen und Grenzen gelten nun für die Lärmbelästigung und an wen können sich Mieter wenden?

Gesetzliche Ruhezeiten

Das gemeinsame Wohnen unter einem Dach durch verschiedene Mieter setzt eine gewisse Rücksichtnahme voraus, die natürlich auch den Aspekt der Lärmbelästigung betrifft. So dürfen Mieter lediglich Geräusche verursachen, die bei einer normalen Wohnungsnutzung zu erwarten sind. Gegen das regelmäßige Üben eines Musikinstruments oder kleineren Heimwerkerarbeiten ist demnach zunächst nichts auszusetzen. Jedoch existieren auch gesonderte Zeiträume, in denen eine solche Lärmbelästigung grundsätzlich zu unterlassen ist. Dabei ist die Rede von den gesetzlichen Ruhezeiten. Doch wie werden die Ruhezeiten in den unterschiedlichen Bundesländern definiert, welche Regelungen sind im Mietvertrag eigentlich zulässig und wie definiert sich Lärmbelästigung in diesem Falle genau?

Im Gesetz sind keine bundesweiten Ruhezeiten festgelegt. Stattdessen können nicht nur jedes Bundesland, sondern auch jede Gemeinde eigene Ruhezeiten festlegen. Pauschal kann an dieser Stelle aber festgehalten werden, dass sich die meisten Bundesländer und Gemeinden an folgenden Zeitfenstern orientieren. So gilt die Mittagsruhe zumeist von 12 bis 15 Uhr, wobei diese mancherorts auch erst ab 13 Uhr einsetzt. Die Nachtruhe beginnt in der Regel wiederum um 22 Uhr und dauert bis 6 oder 7 Uhr an. Sonn- und Feiertage sind letztlich ganztags durch Ruhezeiten geschützt. Dies gilt dementsprechend nicht für den Samstag, an dem die Regelung der Werktage greift. Hinsichtlich der Nachtruhe ist beispielsweise in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen festgelegt, dass diese von 22 bis 6 Uhr andauert. Bayern ist wiederum eine Ausnahme. So endet die Nachtruhe hier in der Regel erst um 7 Uhr. Des Weiteren können Städte und Gemeinden weitere Verordnungen erlassen, welche die allgemeinen Ruhezeiten erweitern oder genauer definieren. So existiert in Rosenheim etwa die Hausarbeits- und Musiklärmverordnung, die genau definiert, welche Art von Tätigkeit rund um die Hausarbeit zu welchen Zeiten ausgeführt werden darf. So dürfen gemäß dieser Verordnung beispielsweise Teppiche nur von 8 bis 12 und 14 bis 19 Uhr werktags ausgeklopft werden. Derartige Verordnungen schränken die allgemeinen Ruhezeiten demnach noch weiter ein. Sollten deshalb Unsicherheiten bezüglich der Rechtslage am eigenen Wohnort bestehen und der Vermieter keine Ruhezeiten festgelegt haben, kann das eigene Ordnungsamt Auskunft geben.

Wie regelt die Hausordnung Lärmbelästigungen?

Sofern Ruhezeiten nicht durch Bundes- oder Landesrecht geregelt worden sind, können die Ruhezeiten durch privatrechtliche Regelungen im Mietvertrag festgelegt worden sein. Ein bekanntes Beispiel stellt hierbei die privatrechtliche Hausordnung.

 

Bezüglich der möglichen Zeiträume steht es dem Vermieter hier offen, diese frei zu definieren. Schließlich stimmen alle Mieter diesen im Mietvertrag zu. Bei diesen Ruhezeiten gemäß der Hausordnung gilt dann ebenfalls, dass jeder Lärm zu unterlassen ist, der nicht ortsüblich und vermeidbar ist sowie einen durchschnittlichen Menschen stören würde. Dem Vermieter steht es dabei auch frei, bestimmte außergewöhnliche Lärmquellen explizit zu verbieten, wie es beispielsweise das Musizieren wäre. Diese breite Definition lässt jedoch ebenso erkennen, dass viele weitere Geräuschquellen schwer einzuordnen sind. Bei diesen kann sich deshalb lediglich an bisherigen Gerichtsentscheidungen orientiert werden. Gemäß bisheriger Beschlüsse darf die Hausordnung deshalb das Baden und Duschen, das Betreiben von Medien bei Zimmerlautstärke, das Betreiben einer Waschmaschine oder eines Trockners sowie das Unterhalten bei Zimmerlautstärke nicht verbieten. Anders gestaltet sich dies beim Staubsaugen, welches aufgrund seiner ungewöhnlichen Lärmentwicklung verboten werden darf. Prekär gestalten sich letztlich noch die Freiheiten der Hausordnung in Bezug auf Kinderlärm. Hier entschied ein Gericht, dass dieser naturgemäß nicht explizit verboten werden darf. Jedoch kann juristisch gegen diesen vorgegangen werden, sobald von einer Verletzung der Aufsichtspflicht aufgrund einer dauerhaften ungewöhnlichen Lärmentwicklung auszugehen ist.

Wie wird „Zimmerlautstärke“ definiert?

Der Begriff „Zimmerlautstärke“ fällt häufig bei Streitigkeiten mit Nachbarn, wenn sich eine der Parteien durch eine Lärmquelle, wie lauter Musik, der TV-Anlage oder lauten Gesprächen gestört fühlt. Dabei wird die Zimmerlautstärke intuitiv als Referenzwert betrachtet, bei dem ein Geräusch die Nachbarn nicht erheblich stört. Da die Zimmerlautstärke als solche nicht gesetzlich geregelt ist, entscheidet sich von Fall zu Fall, ob eine Ruhestörung vorliegt.

Als Faustregel sollten Mieter die Grenzen von ca. 50 Dezibel am Tag und ca. 35 Dezibel in der Nacht beachten. Allerdings beeinflusst das Baualter des Gebäudes die Auslegung von Zimmerlautstärken bei gerichtlichen Entscheidungen, da ältere Gebäude wesentlich hellhöriger sind als Neubauten.

Wie wird eine Lärmbelästigung gesetzlich geregelt?

Eine Verletzung der Ruhezeiten in Form einer Lärmbelästigung wird letztlich noch im § 117 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten näher definiert. So heißt es hier, dass jene Person ordnungswidrig handelt, die „(…)ohne berechtigten Anlass oder in einem unzulässigen oder nach den Umständen vermeidbaren Ausmaß Lärm erregt, der geeignet ist, die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft erheblich zu belästigen oder die Gesundheit eines anderen zu schädigen.“ Anschließend wird im gleichen Paragraphen auch noch die mögliche Strafe für das Begehen dieser Ordnungswidrigkeit festgelegt. So kann diese „mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach anderen Vorschriften geahndet werden kann.“ Gleichzeitig stehen sowohl dem Vermieter als auch den anderen Mietern rechtliche Optionen offen. Während den anderen Mietparteien nach wiederholter Beanstandung eine Mietminderung zusteht, kann der Vermieter nach einer wiederholten Verletzung der Ruhezeiten eine vorzeitige Auflösung des Mietvertrags erwirken.

Beispiele für Alltagsgeräusche (in Dezibel)

Die Maßeinheit zur Messung der Lautstärke lautet Dezibel (dB). Da jeder Mensch Geräusche unterschiedlich wahrnimmt, kann man nicht verallgemeinern, ab welchem Schalldrucklevel sich ein Mensch gestört fühlt. Geräusche im Bereich zwischen ca. 40 Dezibel und ca. 65 Dezibel empfinden Menschen als angenehm und leise. Wird ein Wert von 80 Dezibel überschritten, so sprechen Wissenschaftler bereits von Lärm. Es folgen Beispiele von Alltagsgeräuschen gemessen in Dezibel.

 

Atmen / raschelndes Laub = 10 Dezibel

Ticken einer Uhr / Geräuschpegel an einer Nebenstraße / Flüstern = 30 Dezibel

Zimmerventilator = 35 Dezibel

Ab ca. 40 Dezibel ist die Konzentrationsstörungsschwelle erreicht

Ruhige Wohnung = 45 Dezibel

Kühlschrankgeräusche / leise Radiomusik = 50 Dezibel

TV in Zimmerlautstärke = 55 Dezibel

Normale Gesprächslautstärke / Nähmaschine = 60 Dezibel

Rasenmäher / Staubsauger = 70 Dezibel

PKW-Geräusche / Verkehrslärm = 75 Dezibel

Ab ca. 85 Dezibel können langfristig Gehörschäden verursacht werden (bei über 40h / Woche)

Lastwagen = 90 Dezibel

Presslufthammer = 100 Dezibel

Rockkonzert / Diskothek = 110 Dezibel

Ab ca. 120 Dezibel werden Geräusche als Schmerz empfunden

Kettensäge = 120 Dezibel

Flugzeugstart = 140 Dezibel

Verdopplung der Lautstärke

Entgegen der häufigen Annahme, ist ein Lautstärkepegel von 120 Dezibel nicht doppelt so laut wie ein Wert von 60 Dezibel. Als Daumen-Regel gilt, dass eine 10 Dezibel-Erhöhung eine wahrgenommene Verdopplung der Lautstärke („Lautheit“) darstellt.

Gesundheitliche Auswirkungen von Lärm

Obwohl Geräusche subjektiv unterschiedlich wahrgenommen werden, steigt bei jedem Menschen das Stresslevel mit zunehmender Lautstärke. Langfristig können hohe Lautstärkepegel zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Während zunächst nur das Gehör betroffen ist, weiten sich die durch Stress verursachten Symptome auf den gesamten Körper aus. Die Einwirkdauer und -häufigkeit des Schalldruckpegels ist in diesem Kontext ausschlaggebend für die Einschätzung des potentiellen Gesundheitsrisikos.

Auswirkungen von Lärm auf das Gehör

Lärm kann sowohl direkte Auswirkungen (wie beispielsweise bei einem Knalltrauma) als auch chronische Auswirkungen auf das Gehörorgan haben. Bei einem direkten auralen Schaden, wirkt eine Geräuschbelastung oberhalb der Schmerzgrenze von ca. 120 Dezibel auf das Gehör des Menschen. Ist man jedoch über einen längeren Zeitraum einem Geräuschpegel von mehr als 85 Dezibel ausgesetzt, kann sich ein chronischer Gehörschaden einstellen. Dieser hat langfristig weitreichende Auswirkungen auf den Gesamtorganismus.

Auswirkungen von Lärm auf den gesamten Körper

Zu den Folgen einer chronischen Lärmbelästigung zählen neben dem Stress auch eine verringerte Konzentrationsfähigkeit, eine Schädigung des Herz-Kreislaufsystems und ein erhöhtes Risiko für Depressionen. Auch die biologischen Prozesse im Körper leiden unter dem konstanten Lärmpegel, was sich unter anderem beim Blutfett, Blutzucker und hormonellen Veränderungen wiederspiegelt. Um Bluthochdruck und ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko zu vermeiden, sollten Betroffene bei ersten Anzeichen einer chronischen Lärmbelästigung umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wie können Mieter eine Ruhestörung melden?

Um einer ständigen Ruhebelästigung ein Ende zu bereiten, fragen sich besonders häufig Mieter, wie sie eine Ruhestörung melden können. Denn zu den häufigsten Gründen einer Lärmbelästigung zählen die Nachbarn, unmittelbarer Baulärm oder Straßenlärm.

Um den herrschenden Konflikt aus der Welt zu schaffen, empfiehlt es sich, das persönliche Gespräch mit den Nachbarn oder dem Vermieter zu suchen. Falls diese Parteien die Geräuschquelle nicht beheben können – oder wollen – kann die Polizei oder das Ordnungsamt eingeschaltet werden. Durch die Ordnungshüter wird der Ruhestörer zuerst ermahnt, bevor es zu weiteren rechtlichen Auseinandersetzungen kommt. Sollten Sie sich als Mieter dennoch in Ihrer Wohnqualität eingeschränkt fühlen, so kann ein Anspruch auf Mietminderung wegen Lärmbelästigung (bspw. eine Mietminderung wegen Baulärm in der Nachbarschaft) bestehen. Weitere Informationen zum Durchsetzen einer Mietminderung finden Sie hier bei LAWIO.

Miete mindern bei Ruhestörungen