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Mieter müssen nicht für gewöhnliche Gebrauchsspuren aufkommen

Mieter müssen nach dem Auszug aus einer Mietwohnung nicht für gewöhnliche Gebrauchsspuren aufkommen. Das Wiesbadener Landgericht hat damit die Mieterrechte gestärkt und ein Urteil des Wiesbadener Amtsgericht aus dem Dezember 2018 bestätigt.

Die Klage hatte ein Vermieter gegen einen Mieter eingereicht, der nach 14 Jahren aus der Mietwohnung ausgezogen war und Gebrauchsspuren an Laminat und Teppichboden hinterlassen hatte. Die Gebrauchsspuren stellten für den Vermieter ersatzfähige Beschädigungen dar, weshalb er Schadenersatz forderte. Die Begründung lautete: die Lebensdauer von Bodenbelägen liege weit über 14 Jahre.  

Die Gerichte folgten der Begründung des Vermieters nicht und entschieden daher auf gewöhnliche und nicht ersatzfähige Verschleißerscheinungen, die nach 14 Jahren normal seien. Hinzu kommt, dass der Vermieter Laminat von einfacher Qualität verlegt hatte.

(AG Wiesbaden, Urteil v. 6.12.2018, 93 C 2206/18; LG Wiesbaden, Beschluss v. 28.5.2019, 3 S 31/19)

Mängel im Übergabeprotokoll festhalten

Damit man nach dem Auszug aus der Mietwohnung nicht für bereits vorhandene Mängel vom Vormieter aufkommen muss, empfiehlt sich ein detailliertes Übergabeprotokoll. Das Übergabeprotokoll muss unbedingt schriftlich festgehalten werden, lassen Sie sich nie auf mündliche Vereinbarungen ein! In unserem Blog-Artikel zum Übergabeprotokoll finden Sie deshalb alle wichtigen Infos, die Sie beachten müssen: Übergabeprotokoll Wohnung– was ist zu beachten.

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