Baulärm: Was können Mieter tun?

Baulärm ist einer der häufigsten Störfaktoren, die Mieter während ihrer Mietzeit in der Regel erleben. Ob Straßenbauarbeiten, die Errichtung oder der Abriss eines Wohnblocks, grundsätzliche Renovierungen im Wohngebäude oder die privaten Heimwerkertätigkeiten des Nachbarn – die Liste der möglichen Ursachen ist lang. Zudem ist Lärm nicht nur störend, sondern kann langfristig auch krank machen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck können durch einen konstant hohen Lärmpegel ausgelöst werde.

Doch wie viel Baulärm müssen Mieter ertragen? Und was können Mieter gegen Baulärm tun? Diese und weitere Fragen werden wir von LAWIO im folgenden Beitrag klären.

Der Presslufthammer oder die Bohrmaschinen erzeugen stundenlang ohrenbetäubenden Lärm, doch was können Mieter nun tun? Da Bauarbeiten oftmals durch notwendige Reparaturen veranlasst werden, lässt sich der Lärm per se nicht verhindern. Für die gesenkte Wohnqualität während des Zeitraums der Bauarbeiten können Mietminderungen bei Baulärm ein zulässiges Mittel für Mieter sein.

Eine Mietminderung durch Baulärm kommt immer dann in Betracht, wenn der Gebrauch der Mietwohnung durch den Lärm erheblich eingeschränkt bzw. beeinträchtigt ist. Dies ist im Mietrecht in §536 BGB geregelt. Baulärm, der während der gesetzlichen Ruhezeiten entsteht, wird mit aller Voraussicht die Voraussetzungen eines Mietminderungsanspruchs erfüllen. Auch bei einer regelmäßigen Überschreitung des Lärmpegel-Bereichs von 55 dB spricht man von einer Lärmbelästigung. Um potentiellen Streitigkeiten mit dem Vermieter aus dem Weg zu gehen, sollten Mieter zur Beweissicherung im besten Fall ein Lärmprotokoll führen. Da die Höhe der Mietminderung je nach Einzelfall und Beeinträchtigung der Wohnqualität berechnen lässt, dienen die dokumentierten Störungen im Lärmprotokoll als Nachweis der Glaubhaftigkeit.

Baulärm beim Vermieter melden

Generell sollten Mieter stets das Gespräch mit dem Vermieter suchen. Bei Bauarbeiten, die einen Tag andauern, wäre eine Mietminderung durch die unerhebliche Dauer wahrscheinlich nicht rechtlich gerechtfertigt. Mieter sollten nie vergessen, dass bei gerichtlichen Auseinandersetzungen das Gericht über die Rechtfertigung einer Mietminderung urteilt und diesbezüglich nur erhebliche Mängel berücksichtigt. Um den Mietminderungsanspruch durchsetzen zu können, müssen Mieter den Mangel außerdem beim Vermieter gemeldet haben. Man spricht in diesem Kontext von der Mängelanzeige.

Ausnahmen bei Lärmbelästigungen durch Bauarbeiten

Zudem sind Ausnahmen im Mietrecht geregelt, bei denen Mieter Baulärm dulden müssen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es sich bei den Bauarbeiten um energetische Modernisierungsmaßnahmen oder Sanierungen handelt. Eine reine Ankündigung des Vermieters, dass der Mieter die kommende Zeit mit Baulärm zu rechnen habe, schließt jedoch nicht den Anspruch des Mieters auf Mietminderung aus. Eine weitere Ausnahme ist hingegen gegeben, wenn Mieter vor dem Einzug bereits von zukünftigen Bauarbeiten gewusst hatten bzw. darüber informiert wurden oder mit diesen hätten rechnen müssen (bspw. Baulücken). In diesen Fällen ist ebenfalls keine Minderung der Miete zulässig.

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Die private Baustelle des Nachbarn

Die eigenen vier Wände stellen für jeden Mieter den privaten Rückzugsraum dar. Deshalb möchten sich viele Menschen diesen Ort besonders gemütlich einrichten. Oftmals geht dies mit Bauarbeiten einher, wie zum Beispiel durch Säge-, Bohr- oder Schleifarbeiten. Wie oben bereits erwähnt, besteht das Recht zur Mietminderung nur, sofern die Wohnqualität erheblich eingeschränkt wird. Sofern Ihr Nachbar vereinzelt Nägel in die Wand hämmert oder ein Regal mit dem Akkuschrauber zusammenbaut, ist der notwendige Sachverhalt wohl nicht gegeben. Erst bei längerfristigen Lärmbelästigungen sollte der Mangel beim Vermieter gemeldet werden.

Baulärm durch gewerbliche Baustellen in der Nachbarschaft

Bei Bauarbeiten sind die Bauherren gesetzlich bereits dazu angehalten, schädliche Umwelteinwirkungen wie Lärm zu vermeiden. Dies gilt besonders bei Nachtzeiten, wo überhöhte Lärmpegel den Schlaf und somit die Wohnqualität des Mieters mindern können.

Nun argumentieren Vermieter oftmals, dass sie gegen den externen Lärm außerhalb des Wohngebäudes nichts unternehmen könnten und eine Mietminderung deshalb nicht in Frage kommen würde. Laut Mietrecht besteht jedoch ein Anspruch auf Mietminderung, auch wenn der Vermieter keinen Einfluss auf die Intensität und Dauer der Bauarbeiten nehmen kann. Eine Mietminderung ist gerechtfertigt, weil Vermieter per Gesetz zur Gewährleistung der mängelfreien Bereitstellung der Wohnung verpflichtet sind.