Gesundheitliche Folgen durch Schimmel in der Wohnung

In jeder Wohnung gibt es eine gewisse Anzahl an Schimmelsporen in der Luft. Sie gehören zum natürlichen biologischen Umfeld des Menschen. Unter bestimmten Bedingungen vermehren sie sich allerdings in bedenklicher Weise auf nährstoffreichen Böden. Das passiert in der Regel dann, wenn Frischluft, Licht und Wärme fehlen. Stattdessen bieten Feuchtigkeit, Dunkelheit und passende Nährböden die Grundlage zur explosionsartigen Vermehrung.

Manche Gebäude sind aufgrund von baulichen Mängeln, zu dichter Dämmung oder veralteter Baumaterialien von zu viel Schimmel befallen. Der Schimmel kann sichtbar auf Tapeten auftreten oder sich verborgen in der Bausubstanz verbreiten.

Daneben führen bestimmte Verhaltensweisen und Umweltbedingungen zur Vermehrung von Schimmel in Wohngebäuden:

• zu wenig oder schlechte Lüftung
• Feuchtigkeit aus Bad und Küche kann nicht abziehen
• zu kalte Räume im Winter (unter 19 bis 21 °C)
• Wasserschäden werden nicht fachgerecht behoben.

Vielfach wird das Problem von Schimmel in Wohngebäuden unterschätzt oder die Beseitigung wird zu spät angeordnet. Erst, wenn sich ernsthafte und unerklärbare gesundheitliche Schäden eingestellt haben, werden viele Mieter aufmerksam.

Daher wollen wir von LAWIO im folgenden Beitrag die gesundheitlichen Folgen von Schimmel in Wohnräumen erläutern.

Arten und Gefahren von / durch Schimmel in der Wohnung

Im Alltag wird Schimmel in Wohnräumen in der Regel nach seiner Farbe und weniger gemäß der korrekten biologischen Bezeichnung unterschieden.

Wohnräume werden von diesen Schimmelarten befallen:

• Grünschimmel (der häufigste Schimmel in Wohnungen)
• Gelbschimmel (in Mitteleruopa eher selten)
• Weißschimmel (wird oft nicht erkannt)
• Rotschimmel (wächst nur in zellulosehaltigen Tapeten)
• Schwarzschimmel (der gefährlichste Wohnungsschimmel)

Schimmelpilze ziehen ihr Fasergeflecht (Pilzmyzel) durch Gemäuer, Böden, Tapeten und den Putz. Pilze sind organische Lebewesen. Sie ernähren sich, verdauen und vermehren sich über eiartige Gebilde. Als Nahrung dienen ihnen Zellulose, Mineralien in Mauerwerk und andere Mikroorganismen. Der Pilz im Gebäude selbst ist nicht gefährlich. Es sind die Eier der Schimmelpilze, die sogenannten Sporen, die für den Menschen eine ernsthafte gesundheitliche Gefahr darstellen.

Der Schimmelpilz verbreitet mitunter Millionen von mikroskopisch kleinen Sporen in die Wohnungsluft. Diese gelangen dann in die Atemwege, auf die Haut oder in die Augen der Bewohner.

Die Sporen enthalten Giftstoffe (Mykotoxine), reizende Eiweiße und andere chemische Verbindungen, die für den Menschen schädlich sind. Die Gifte wirken sich in besonderer Weise auf das Nervensystem aus. Einige Mykotoxine gelten sogar als krebserregend (Schwarzschimmel).

Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat der Schimmel auf unseren Organismus?

Zunächst erkennt das menschliche Immunsystem die Sporen als schädigende Fremdkörper.

Erste Abwehrreaktionen sind:

• Hustenreiz / Atemwegsreizungen
• gerötete und tränende Augen
• Hautausschläge
• Allergien (Schnupfen, Niesen, Asthma).

Über längere Zeit eingeatmet, reichern sich die Gifte im Körper an.

Betroffen sind besonders folgende Regionen des menschlichen Körpers:

• Nasennebenhöhlen
• Lungen und Bronchien
• Zentralnervensystem.

Die Immunreaktionen werden heftiger, die Überreizung schlimmer und schleichende Vergiftungsprozesse setzen ein.

Durch Schimmel verursachte Folgeschäden und Krankheiten können sein:

• Atemprobleme (Atemnot, enges drückendes Gefühl in der Brust, Husten und Heiserkeit)
• Augenentzündungen (Rötungen, Tränen, Juckreiz)
• Müdigkeit
• Kopfschmerzen
• Konzentrationsstörungen
• psychische Probleme (Depression, Aggressivität, Gefühl der Überlastung)
• Magen-Darmprobleme
• Muskelschmerzen
• Nasenbluten
• grippeartige Symptome
• Hautausschläge (juckende Quaddeln, Nesselsucht, entzündliche Rötungen).

Die dauerhafte Anwesenheit der Gifte löst das Systemische Inflammatorische Responsesyndrom aus. Im Körper von Betroffenen haben sich dann schon viele kleine Entzündungsherde gebildet, die weitere Krankheiten auslösen.

Langzeitschäden können sein:

• Gehirnschädigungen
• starke organische Vergiftungserscheinungen
• Krebs.

Welche Personen­gruppen leiden besonders unter einem Schimmel­befall?

Immunschwache Personen leiden besonders

Experten vermuten, dass rund 25 Prozent der Bevölkerung besonders anfällig für Schimmelpilzinfektionen sind. Vermutlich liegt die Dunkelziffer aber viel höher. Oft wird die Pilzvergiftung nämlich nicht als solche erkannt. Ärzte diagnostizieren lediglich die Symptome und behandeln diese mit Medikamenten. In der Vergangenheit wurde das von Schimmelpilz ausgelöste Systemische Inflammatorische Responsesyndrom gern mit der Fibromyalgie verwechselt.

Alle Menschen, die bereits unter Vorschädigungen leiden, bemerken Schimmel in der Regel schneller als gesunde Menschen. Kinder, Senioren, Allergiker und Betroffene von Immunschwächekrankheiten aller Art reagieren heftiger auf die Anwesenheit von Schimmel in der Wohnung.

Eigentlich gesunde Kinder haben ein 1,5 bis 3,5-fache höheres Risiko einer chronischen Erkrankung, wenn ein Übermaß Schimmel in der Wohnung vorhanden ist.

Schimmelvergiftung vom Arzt feststellen lassen

Tauchen mysteriöse Symptome auf, sollten Betroffene bald zu einem Arzt gehen. Bei Verdacht auf Schimmel, muss das Thema angesprochen werden.

Besonders auffällig ist es, wenn die Symptome nur im Winter, nach einem Wohnungswechsel oder nach Renovierungsmaßnahmen (intensive Dämmung, Wechsel der Fenster, Arbeiten am Putz oder im Keller) auftauchen. Um den Verdacht auf Schimmel zu überprüfen, hilft es, wenn man das Ausmaß des potentiellen Schimmelbefalls testen bzw. messen lässt.

Die Belastung mit Mykotoxinen kann unter Umständen auch im Urin nachgewiesen werden.

Den Schimmelbefall der Wohnung prüfen

Mancher Schimmel ist ganz offensichtlich zu erkennen. Die grünen, braun-roten oder schwarzen Flecken sind in den Ecken, hinter Möbeln, im Bad, rund um Fenster oder in der Küche anzutreffen.

Doch es gibt auch versteckten Schimmel. Entweder fällt er durch die Farbe nicht weiter auf oder er gedeiht im Verborgenen (unter Dielen oder Wandverkleidungen, hinter Möbeln oder hinter der Tapete in der Bausubstanz).

Die Sporenbelastung der Luft kann über kleine Testschalen (aus dem Fachhandel) festgestellt werden. In ihnen befindet sich eine für Schimmelpilze attraktive Nährlösung. Je mehr Schimmelsporen in der Luft sind, desto schneller und flächendeckender vermehren sich die Schimmelpilze in den Schalen.

Sicherer und beweiskräftiger ist ein Gutachten vom Fachmann. Schimmelexperten wissen genau, wo sie suchen müssen. Mit Tiefenfeuchtigkeitsmessgeräten können sie versteckte Nässe in Wänden und Böden aufspüren. Schimmelspürhunde entdecken selbst verstecken Schimmel zuverlässig. Der Fachmann kann erkennen, ob eigene Verhaltensfehler oder Baumängel Schuld an der Schimmelbelastung sind. Dies ist besonders für Mieter entscheidend, da Mietminderungen bei unverschuldeten Mietmängeln gerechtfertigt sind.

Schimmel in der Wohnung – wer kommt für den Schaden auf?

Leichter Schimmelbefall kann von Mietern selbst entfernt und saniert werden. Schimmelpilze lassen sich mit Alkohol ab 70 Prozent Reinheit wunderbar abtöten. Danach sollten Tapeten entfernt und Putz oberflächlich abgeschliffen, abgeklopft  oder überstrichen werden.
Im Bad, in der Küche und an Fenster müssen schimmelige Fugen und Silikone ausgetauscht werden. Alle zwei Stunden Lüften und ausreichend heizen im Winter hilft, temporären Schimmel einzudämmen.

Ist dagegen ein Wohngebäude ernsthaft und bis in die Tiefe verseucht, wird es schwieriger. Natürlich muss der Vermieter informiert werden. Das Gutachten des Schimmelexperten ist eine wertvolle Argumentationshilfe. Viele Bauträger oder Eigentümer wissen von Schimmelproblemen, wehren sich aber gegen teure Sanierungsmaßnahmen. Im Streitfall ist es ratsam, Rechtshilfe oder eine Mieterberatung in Anspruch zu nehmen.

Ist ein Wohnraum nachweislich extrem mit Schimmel belastet und kann dieser nicht so einfach behoben werden, ist ein Wohnungswechsel die einfachste Lösung.

Mancher Schimmel ist ganz offensichtlich zu erkennen. Die grünen, braun-roten oder schwarzen Flecken sind in den Ecken, hinter Möbeln, im Bad, rund um Fenster oder in der Küche anzutreffen.

Doch es gibt auch versteckten Schimmel. Entweder fällt er durch die Farbe nicht weiter auf oder er gedeiht im Verborgenen (unter Dielen oder Wandverkleidungen, hinter Möbeln oder hinter der Tapete in der Bausubstanz).

Die Sporenbelastung der Luft kann über kleine Testschalen (aus dem Fachhandel) festgestellt werden. In ihnen befindet sich eine für Schimmelpilze attraktive Nährlösung. Je mehr Schimmelsporen in der Luft sind, desto schneller und flächendeckender vermehren sich die Schimmelpilze in den Schalen.

Sicherer und beweiskräftiger ist ein Gutachten vom Fachmann. Schimmelexperten wissen genau, wo sie suchen müssen. Mit Tiefenfeuchtigkeitsmessgeräten können sie versteckte Nässe in Wänden und Böden aufspüren. Schimmelspürhunde entdecken selbst verstecken Schimmel zuverlässig. Der Fachmann kann erkennen, ob eigene Verhaltensfehler oder Baumängel Schuld an der Schimmelbelastung sind. Dies ist besonders für Mieter entscheidend, da Mietminderungen bei unverschuldeten Mietmängeln gerechtfertigt sind. Hierbei ist die Mietminderungsquote bei Mietminderungen wegen Schimmel in der Wohnung in der Regel höher als bei anderen Mängeln, da Schimmel die Lebensqualität der Mieter meist erheblich einschränkt.