Haustiere in der Mietwohnung: So greift das Mietrecht

Das deutsche Mietrecht regelt ganz klar, welche Tiere in einer Wohnung oder einem angemieteten Haus vom Mieter gehalten werden dürfen. Grundsätzlich gibt es für Wildtiere in der Haltung besondere Vorschriften, so dürfen Zwergwachteln als Kleintiere in Innenräumen gehalten werden, Hühner, Enten und andere Nutztiere aber ausschließlich in einem Freigehege vor dem Haus. In rund 19 Prozent aller deutschen Haushalte leben Hunde, das entspricht rund 9,5 Millionen angemeldeten Hunden in der Bundesrepublik. Katzen müssen nicht bei der Steuer angemeldet werden, die Anzahl der Katzen in deutschen Haushalten wird auf knapp 15 Millionen geschätzt. Somit leben in 23 Prozent aller Miet- und Eigentumswohnungen in Deutschland Katzen.

Der folgende Beitrag soll die Regelungen des Mietrechts bezüglich der Haustierhaltung in Mietwohnungen detaillierter für Mieter*innen erläutern.

Kleintierhaltung in der Wohnung: Diese Rechte hat der Vermieter

Es ist für einen Vermieter nicht möglich, im Mietvertrag die Haustierhaltung vollständig zu verbieten. Eine derartige Klausel kann im schlimmsten Fall sogar dazu führen, dass der gesamte Mietvertrag unwirksam wird.

Vor allem Kleintiere wie Fische, Hamster oder Wellensittiche dürfen vom Mieter ohne Einschränkungen gehalten werden. Für eventuelle Schäden in der Wohnung, welche durch kleine Haustiere hervorgerufen werden, haftet der Mieter. Allein aus Tierschutzgründen kann die Haltung von Kleintieren untersagt werden.

Als Vermieter haben Sie das Recht, in regelmäßigen Abständen nachzusehen, in welchem Zustand sich Ihre vermieteten Räume befinden. Stellen Sie dabei eine Gefährdung des Tierwohls durch Ihren Mieter fest, etwa weil sich zu viele verwahrloste Kleintiere in der Wohnung befinden, Nachbarn sich über eine anhaltende Geruchs- oder Geräuschbelästigung beschweren, oder Sie andere schwerwiegende Gründe feststellen, die gegen eine Haltung von Kleintieren sprechen, können Sie den örtlichen Tierschutzverein über den Sachverhalt informieren. In einigen Gemeinden ist auch das Ordnungs- oder Stadtamt zuständig, wenn Haustiere nicht artgerecht gehalten werden.

Darf der Vermieter die Haltung von kleinen Hunden und Katzen verbieten?

Katzen und die meisten Hunderassen zählen nicht als Kleintiere. Seit dem Jahr 2013 darf die Haltung von Katzen oder Hunden nicht mehr von vornherein ausgeschlossen werden (vgl. hierzu Urteil vom Bundesgerichtshof 2013 Az.: VIII ZR 168/12).

Neben den Belangen des Vermieters geht es bei der Haltung von Hunden und Katzen in gemieteten Räumen ebenfalls darum, dass sich andere Hausbewohner nicht belästigt oder gar bedroht fühlen. Dabei spielt die Größe eines Hundes kaum eine Rolle, denn auch viele kleine Hunderassen neigen zum Bellen oder können recht angriffslustig sein.

Wer einen Listenhund (Kampfhund) halten möchte, benötigt ohnehin eine Genehmigung. Um einen Listenhund halten zu dürfen, muss der Mieter nicht nur volljährig sein, sondern auch ein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen. Ferner ist es für einige dieser Hunderassen vorgeschrieben, einen Wesenstest in der sogenannten Sachkundeprüfung zu absolvieren. Anschließend kann das ständige Tragen eines Maulkorbs oder eine intensive Leinenpflicht vorgeschrieben sein.

Gegen eine Katzenhaltung in Mietwohnungen spricht normalerweise nichts, solange nicht übermäßig viele Katzen gehalten werden. Grundsätzlich haben Mieter gute Chancen vor deutschen Gerichten, wenn insgesamt nicht mehr als drei Tiere in einem Haushalt leben, welche nicht der Kategorie „Kleintier“ zugeordnet werden können. Es ist also mehr oder weniger problemlos möglich, zwei Katzen oder eine Katze und einen kleinen Hund zu halten, ohne dass sich ein Vermieter rechtskräftig dagegen zur Wehr setzen kann.

Kann der Mieter also einfach nach Belieben Hunde und Katzen anschaffen?

Um Stress zwischen Mieter und Vermieter nach Möglichkeit zu umgehen, sollte immer nachgefragt werden, ob der Vermieter mit der Haustierhaltung einverstanden ist.

Vor allem dann, wenn die Haltung von Haustieren im Mietvertrag nicht ausdrücklich erlaubt ist, kann es zu Ärger und Schwierigkeiten kommen, welche das Mietverhältnis unnötig belasten. In München gibt es einen Hundeführerschein, der jedoch freiwillig absolviert werden kann. Eine derartige Maßnahme kann einen unsicheren Vermieter beruhigen, eventuell wird der Hundehaltung dann nachträglich doch eher zugestimmt. Es ist durchaus möglich, dass im Haus bereits ein Pudel wohnt, der eigene Schäferhund aber vom Vermieter abgelehnt wird. Das ist das gute Recht eines Vermieters! Was für die eine Hunderasse als angemessen großer Wohnraum gelten kann, ist für eine andere Rasse vielleicht nicht mehr oder nur bedingt geeignet.

Exotische Tiere in der Mietwohnung halten: Greift die Kleintierregelung?

Sollen exotische oder potenziell gefährliche Tiere im Mietobjekt gehalten werden, wird in vielen Fällen eine explizite Erlaubnis des Vermieters notwendig. Schon bei einer Haltung von zahmen Ratten aus der Tierhandlung kann es sein, dass sich Nachbarn gestört fühlen oder Ekelgefühle entwickeln. Gemäß dem Urteil des Landgerichts Essen (Az.: 1 S 497/90) kann eine Rattenhaltung in diesem Fall verboten sein, obwohl die Nagetiere eindeutig zu Kleintieren zählen.

Auch ein Mini-Schwein sollte artgerecht, und nicht in einem mehrstöckigen Miethaus gehalten werden, so urteilte das Amtsgericht München (Az.: 413 C 12648/04). . Im konkreten Fall hatten sich Nachbarn über die Geruchsbelästigung des kleinen Tieres beschwert, das Schwein musste aus der Mietwohnung entfernt werden, außerdem war das Tier sehr aggressiv. Grundsätzlich sieht das deutsche Mietrecht aber kein grundsätzliches Verbot in der Haltung von Mini-Schweinen in Mieträumen vor, es kommt also ganz auf die Fähigkeiten des Schweinehalters und das Temperament des jeweiligen Haustiers an!

Giftschlangen, exotische Spinnen, Pfeilgiftfrösche und Futterinsekten wie Heimchen in der Mietwohnung halten

Wer gefährliche, exotische Tiere wie giftige Schlangen oder ähnliche Terrarientiere halten möchte, muss sich um eine ausreichende Sicherung der Käfige kümmern. In jedem Fall ist der Mieter verpflichtet, darauf zu achten, dass Giftspinnen, Schlangen und andere gefährliche Haustiere nicht entweichen können.

Das Amtsgericht Bückeburg hat entschieden, dass gefährliche, exotische Terrarienbewohner solange keinem generellen Verbot unterliegen, wie andere Mieter nicht durch Gerüche oder eine unangenehme Geräuschentwicklung belästigt werden (Az.: 73 C 353/99 [VI]) . Aber auch bei der Terrarienhaltung kann es zu Einschränkungen kommen, wenn zu viele gefährliche Tiere gehalten werden. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe mussten Käfigtiere abgeschafft und aus der Mietwohnung entfernt werden, da sich einfach zu viele Tiere in den Mieträumen befanden (Az.: 14 Wx 51/03) .

Futterinsekten wie Heimchen und andere Grillenarten, die in den hiesigen, klimatischen Bedingungen gut überleben können, bedürfen einer besonderen Verwahrung. Sollten die Tiere ausbrechen und sich übermäßig im Mietshaus vermehren, muss der Mieter für die Kosten eines Kammerjägers aufkommen und sich darum bemühen, entstandene Schäden auf eigene Kosten zu beheben. Dies muss nicht explizit im Mietvertrag geregelt sein, in vielen Fällen finden sich in Mietverträgen aber Angaben zum pfleglichen Umgang der Mietsache und der Vermeidung von Ungeziefer aller Art.

Haustiere in der Wohnung: Gibt es ein neues Gesetz?

Derzeit gibt es im deutschen Mietrecht keine neue Gesetzesänderung, die die Haustierhaltung in Mietwohnung grundsätzlich verbietet. Dazu zählt unter anderem die Haltung von Katzen und Hunden. Wer sich den Streit mit dem Vermieter ersparen möchte, sollte jedoch vor der Mietvertragsunterschrift das Gespräch mit dem Vermieter suchen.