Heizung funktioniert nicht – 5 Tipps für Mieter

Der Sommer war lang und warm, umso mehr zögern wir die Heizung nun tatsächlich anzustellen. Und dann folgt die Ernüchterung: Die Heizung wird nicht warm. Welche Gründe das hat, weiß man meistens nicht. Recherchen führen zu Anleitungen, die erklären, wie man einen Heizkörper „entlüften“ soll oder andere Hinweise und Tricks nennen, die die Heizung zum Laufen bringen sollen. Doch welche Rechte hat man eigentlich als Mieter? Hat man das Recht auf eine warme Wohnung, sprich funktionierende Heizkörper? Diese und weitere Fragen beantworten wir hier im Blogbeitrag.

1) Allgemeine Eckdaten zum Heizen

Funktioniert die Heizung nicht oder bringt sie nicht die entsprechende Leistung, ist der Vermieter über diesen Mangel umgehend in Kenntnis zu setzen. Wichtig ist, dass Sie die Mängelanzeige auch später noch nachweisen können, daher rät es sich von einer rein mündlichen Mängelanzeige ab. Da bei Ausfall der Heizung oder Beschränkung der Heizleistung ein Mietminderungsanspruch entsteht, empfiehlt es sich, Monatsmieten nun unter Vorbehalt zu bezahlen, so erhalten Sie sich den bereicherungsrechtlichen Rückforderungsanspruch und können gegebenfalls auch nachträglich noch Mietminderung fordern.

Doch ab welcher Temperatur kommt eine Mietminderung in Frage und welche Rolle spielt die Heizperiode?

1.1) In der Heizperiode muss die Heizung ordnungsgemäß funktionieren

Üblicherweise beginnt die Heizperiode in Deutschland am 1. Oktober und endet am 30. April des darauffolgenden Jahres. Diese Heizperiode gilt grundsätzlich unabhängig davon, wie hoch oder niedrig die Außentemperatur ist. In dieser Zeit haben alle Mieter einen Anspruch auf eine voll funktionstüchtige Heizungsanlage. Das heißt, dass in dieser Zeit sollen generell Temperaturen von bis zu 22 Grad erreicht werde. Eine Ausnahme gibt es für die Nachtzeiten, hier darf die Heizung ein bisschen in der Leistung gedrosselt werden.

1.2) Was tun, wenn der Vermieter die Heizperiode ignoriert?

Der Vermieter muss also spätestens bis zum 1. Oktober sicherstellen, dass die Heizungsanlage funktioniert. Tut sie das nicht, entstehen unter Umständen Mietminderungsansprüche auf Seiten der Mieter. Mieter, in deren Wohnräumen die Heizung nicht funktioniert, sollten dies umgehend beim Vermieter melden. Nur so kann dieser angemessen schnell reagieren und nur so ist der Weg für einen Anspruch auf Mietminderung geebnet.

1.3) Wie warm muss es in der Wohnung sein

Da die Wohlfühltemperatur von Mensch zu Mensch verschieden ist, musste ein Leitfaden zur Orientierung her. Daher wurde eine DIN-Norm aufgestellt, die folgende Richtwerte zusammenfasst:

Tagsüber zum Aufenthalt in Wohn-, Schlafzimmer und Küche ist eine Raumtemperatur von 20 Grad vorgesehen, in Bad und Dusche 22 Grad. Die Nachtabsenkung auf bis zu 18 Grad ist für die Zeit zwischen 23:00 Uhr und 6:00 Uhr vorgesehen.

2) 5 Tipps bei Heizungsausfall

Ein Heizungsausfall während der kalten Jahreszeit ist nicht schön und hat die unangenehme Situation zur Folge, dass in der Regel auch das Warmwasser weg ist. Folglich ist die Lebensqualität eingeschränkt und Sie können z.B. nicht mehr die Dusche nutzen oder Ihr Geschirr spülen. Wir möchten Ihnen gerne deshalb ein paar nützliche Tipps geben, wie Sie vorübergehend den Alltag ohne Heizung und Warmwasser meistern können und wie Sie am besten bei Heizungsausfall vorgehen.

Tipp 1: Fragen Sie, ob nicht nur Ihre Wohnung betroffen ist

Wenn die Heizung kalt bleibt, kann das viele Gründe haben. In vielen Gebäuden sind Zentralheizungen verbaut, weshalb bei einem Heizungsausfall alle Mieter eines Eingangs bzw. Blocks betroffen sind. Sollte das der Fall sein, erkundigen Sie sich bei Ihrem Nachbar, ob dieser auch vom Ausfall der Heizungsanlage betroffen ist.

Es gibt aber auch Wohnungen mit Durchlauferhitzern, d.h. eine Gastherme erhitzt das Warmwasser per Durchlauf für die Wohnung. Fällt die Gastherme aus, fällt auch das Warmwasser aus. Prüfen Sie deshalb erst, ob Ihre Gastherme funktioniert.

Falls Sie Gasgeruch (süßlich-bitterer Geruch) wahrnehmen sollten, öffnen Sie umgehend alle Fenster und schließen Sie den Haupthahn für die Gaszufuhr. Anschließend warnen Sie Ihre Hausbewohner und informieren den Notdienst von außerhalb des Gebäudes.

Tipp 2: Ruhe bewahren

Bewahren Sie Ruhe und suchen Sie die 24h-Notfallnummer des Hausmeisters oder der Gebäudeverwaltung heraus. Den Notruf finden Sie in Ihren Unterlagen zum Mietvertrag (z.B. Hausordnung) oder am Aushang im Treppenhaus. Wenn die Nummer weder in den Unterlagen noch ein Aushang im Treppenhaus ist, erkundigen Sie sich bei Ihren Nachbarn.

Tipp 3: Vermieter telefonisch und schriftlich informieren

Informieren Sie Ihren Vermieter umgehend über den Ausfall der Heizung und seit wann diese nicht mehr funktioniert. Zu Beweiszwecken empfiehlt sich neben einer telefonischen Schadensmeldung auch eine schriftliche Meldung per E-Mail. Ein Temperaturprotokoll hilft Ihnen als Mieter ebenfalls zusätzliche Beweise für den Heizungsausfall zu sammeln. Protokollieren Sie, welche Temperaturen zu welcher Tageszeit in Ihrer Wohnung gegeben waren.

Zieht sich die Reparatur der Heizungsanlage über einen längeren Zeitraum hin, können Sie, falls eine Mietzahlung ansteht, die Miete unter Vorbehalt zahlen. Fügen Sie dazu im Verwendungszweck Ihrer Überweisung einfach eine Anmerkung ein oder informieren Sie Ihren Vermieter schriftlich, z.B. über die Mietzahlung unter Vorbehalt.

Tipp 4: Haushaltsgeräte für den Alltag nutzen

Wenn Heizung und Warmwasser ausfallen, ist Ihre Lebensqualität eingeschränkt. Dennoch kann man sich mit kleinen Geräten über diese unangenehme Zeit weiterhelfen. Haben Sie vielleicht noch einen Heizlüfter oder Radiator in Ihrem Keller stehen? Dann können Sie diese Geräte nutzen, um das Wohnzimmer oder andere wichtige Räume zu heizen. Auch ein Wasserkocher hilft Ihnen bei einem Warmwasserausfall. Neben dem Erwärmen des Abwaschwassers für die Küche können Sie auch Wasser für sich erwärmen. Mischen Sie das erhitzte Wasser im Waschbecken mit kaltem Wasser, so können Sie in dieser Situation eine kleine Körperwäsche durchführen. Wenn Sie eine Badewanne haben, ist dies natürlich eine bessere Möglichkeit, um ein Teilbad zu nehmen.

Tipp 5: Haushaltsgeräte für den Alltag nutzen

Schon mit dem ersten Tag des Schadens haben Sie einen Anspruch auf Mietminderung. Diesen können Sie mit LAWIO durchsetzen. Beantworten Sie dazu einfach die Fragen in unserem LAWIO-Tool und beauftragen uns mit der Durchsetzung Ihrer Mietminderungsansprüche bei Heizungs- und Warmwasserausfall. Nach der erfolgreichen Mietminderung bekommen Sie das Geld abzgl. unserer Erfolgsprovision auf Ihr Konto überwiesen. Sollten wir keinen Erfolg haben, haben Sie keine weiteren Kosten.