Lärmprotokoll führen: So sollten Mieter vorgehen

Musik, die durch die Wände dröhnt, laute Streitgespräche, Gepolter von oben: Wenn Sie sich durch Nachbarschaftslärm beeinträchtigt fühlen, kann das ganz schön an den Nerven zerren. Daher sollten Sie unbedingt das Gespräch mit Ihren Nachbarn suchen. Zeigen diese sich uneinsichtig und erfolgt die Lärmbelästigung weiterhin regelmäßig, können Sie sich an den Vermieter wenden, der für die Beseitigung des Lärms verantwortlich ist. Um diesem gegenüber Beweise anzuführen, sollten Sie zuvor ein Lärmprotokoll anfertigen.

Was ist ein Lärmprotokoll?

Das Protokoll ist ein hilfreiches Beweismittel, wenn es darum geht, Ihre Miete aufgrund von Lärmbelästigung mindern zu wollen. Es kann bei einem gerichtlichen Vorgehen ebenso von Bedeutung sein wie bei einer außergerichtlichen Schlichtung, zum Beispiel durch den Vermieter oder die Hausverwaltung.

Entscheidend für die Durchsetzung einer Mietminderung ist, dass der Lärm als erheblicher Mangel angesehen wird. Und dies ist erst dann der Fall, wenn er über einen längeren Zeitraum erfolgt. Aus diesem Grund sollten Sie das Protokoll über mehrere Tage hinweg führen, empfehlenswert sind mindestens zwei Wochen. Außerdem gilt: Damit das Protokoll glaubwürdig und nachvollziehbar ist, sollte es gewissenhaft geführt werden und möglichst ausführlich und umfangreich sein.

Wie sollte ein Lärmprotokoll aussehen?

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, wie das Protokoll konkret gestaltet sein muss. Wichtig ist, dass es objektiv und so detailliert wie möglich verfasst ist. Das Protokoll sollte stets folgende Fragen beantworten: Von wann bis wann tritt der Lärm auf? Und um welche Art von Lärm handelt es sich? Datum, Uhrzeit und die Art der Lärmbelästigung sollten also in jedem Fall vermerkt sein.

Am besten gelingt Ihnen das in Form einer Tabelle. In der ganz linken Spalte tragen Sie dann das Datum und die Uhrzeit ein, daneben vermerken Sie die Dauer des Lärms. In der nächsten Spalte beschreiben Sie die Art der Geräuschbelästigung, zum Beispiel „laute Musik“.

In einer weiteren Spalte rechts daneben geben Sie weitere Details an, um die Situation so genau wie möglich zu beschreiben. Beantworten Sie hier beispielsweise folgende Fragen: Bestand die Notwendigkeit, aufgrund der Lautstärke Ihre Fenster zu schließen? Sind Sie durch den Lärm aufgewacht oder konnten Sie nicht einschlafen? Fiel es Ihnen schwer, sich auf Ihre Arbeit zu konzentrieren? Mussten Sie Ihre Stimme erheben, um in der eigenen Wohnung Gehör zu finden?

Versuchen Sie außerdem, den Lärm so genau wie möglich zu beschreiben. Ist er durchdringend, dumpf, schrill oder fiepend? Kommt er etappenweise oder erfolgt er durchgehend?

Geben Sie gerne auch konkrete, vergleichende Beispiele, um die Geräuschlautstärke so verständlich wie möglich darzulegen und das Protokoll objektiv überprüfbar zu machen. Das kann zum Beispiel so aussehen: „Der Lärm war so laut, dass die eigene Klingel überhört wurde.“

Übrigens: Das Protokoll gewinnt an Wirksamkeit, wenn Sie zusätzlich Zeugen heranziehen können. Hier kommen zunächst natürlich der Lebenspartner, Kinder oder andere Familienangehörige, die mit Ihnen zusammenwohnen, infrage. Da Zeugenaussaugen von Ihnen nahestehenden Personen jedoch geringer gewichtet sind, ist es sinnvoll, weitere Nachbarn hinzuzuziehen. Die ausgewählten Zeugen sollten Sie unbedingt auch im Protokoll angeben. Digitale Aufnahmen des Lärms eignen sich als Beweismittel hingegen weniger, da sich diese leicht manipulieren lassen.

Was mache ich mit dem fertigen Protokoll?

Haben Sie Ihr Protokoll über einen längeren Zeitraum hinweg gewissenhaft und detailliert geführt, ist erst einmal Ihr Vermieter der richtige Ansprechpartner. Anhand Ihrer schriftlichen Ausführung kann er Ihre Beeinträchtigung nachvollziehen und die Angelegenheit mit Ihren Nachbarn regeln. Gelingt dies nicht, können Sie auf Grundlage des Protokolls eine Mietminderung herbeiführen.

Wenn Sie weiterführende Maßnahmen ergreifen möchten, können Sie das Protokoll beim Ordnungsamt oder einem Rechtsanwalt einreichen, die dann gegebenenfalls weitere Schritte einleiten. Sollte es zu einem gerichtlichen Verfahren kommen, ist es umso wichtiger, dass das Lärmprotokoll so objektiv und detailliert wie möglich verfasst und über einen längeren Zeitraum täglich geführt wurde.

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