Schimmel im Bad vermeiden

Besonders das Badezimmer ist anfällig für Schimmelbefall. Dies liegt vor allem an der hohen Luftfeuchtigkeit, die dort nach dem Duschen oder Baden entsteht. Wird nur unzureichend gelüftet, sind einer Schimmelbildung Tür und Tor geöffnet.

Nachfolgend finden Sie hier bei LAWIO alle wichtigen Infos rund um Thematik, wie Sie Schimmel im Bad vermeiden können.

Wie entsteht Schimmel grundsätzlich?

Bei Schimmel handelt es sich um giftige Pilze, die sowohl die Bausubstanz angreifen als auch gesundheitliche Schäden hervorrufen können. Grundsätzlich befindet sich in der Luft immer ein kleiner Anteil an Schimmelsporen. In niedriger Anzahl sind die Sporen weitestgehend ungefährlich. Durch das Lüften von Räumen gelangen die Schimmelpilze in die Wohnräume. Dort besteht dann die Gefahr, dass sie wachsen und sich vermehren. Mit dem Wachstum steigt auch die Menge der giftigen Ausdünstungen. Dies geschieht meist sprunghaft. Schimmelpilze haben dort leichtes Spiel, wo sich organische Materialien befinden. Hierzu zählen neben Lebensmitteln auch Tapeten, Stoffe, Holz, Kleister oder Kunstharz. Ist daneben noch der Feuchtigkeitsgehalt hoch genug, wird das Wachstum der Sporen besonders begünstigt. Besonders gut gedeihen die Pilze bei einer Luftfeuchte über 60 Prozent. Die Temperaturen variieren je nach Pilzart. Sie können sich zwischen 0 – 50 Grad bewegen. Zudem sollte ein niedriger Sauerstoffgehalt vorliegen und ein pH-Wert zwischen 4,5 und 6,5. Der Schimmel vermengt sich mit der Zeit auch mit anderen Bakterien oder Mikroorganismen. Dies führt letzten Endes zur Entstehung unterschiedlich farbiger Schimmelflecken.

Wieso entsteht Schimmel besonders häufig im Badezimmer?

Das Badezimmer ist für viele Schimmelarten oft eine ideale Brutstätte. Es gibt einige typische Bereiche, die besonders häufig von einem Schimmelbefall betroffen sind. Hierzu zählen in erster Linie die Fugen, Duschköpfe- und vorhänge, Tapeten, Armaturen oder auch Bereiche, die mit Silikon abgedichtet wurden. Der Grund für die Ausbreitung liegt in der hohen Luftfeuchtigkeit. Kommen noch warme Temperaturen hinzu, welche durch das Duschen oder die Heizung erzeugt werden, kann der Schimmel besonders gut gedeihen. Badezimmer sind in der Regel gefliest, so dass sich die Feuchtigkeit staut. Dies geschieht meist in den Fugen. Wird das Bad nicht ausreichend gelüftet oder fehlt gar ein Fenster, dann herrschen hier optimale Bedingungen für ein Schimmelwachstum. Häufige Schimmelarten im Badezimmer sind daher der rote und der schwarze Schimmel.

Welche Anzeichen gibt es für Schimmel im Bad?

Schimmel im Bad können Sie relativ leicht erkennen. Hierzu sollten Sie sich vor allem die gefährdeten Stellen genauer ansehen. An Fugen, Armaturen oder dem Duschvorhang breitet sich vor allem der rote Schimmel aus. Dieser ist an seiner Farbe gut zu erkennen. An Silikonfugen sieht man eher den schwarzen Schimmel, welcher ebenfalls durch seine Färbung auffällt. Wenn Sie an die Wände schauen, werden Sie auch eher einen grauen oder schwarzen Schimmel in Form von Flecken oder Punkten entdecken. Meist befinden sich die Flecken im Bereich der Wände vor allem in Deckennähe.

Mit diesen Tricks beugen Sie Schimmel im Bad vor

Ganz wichtig ist es, das Badezimmer immer ausreichend und richtig zu lüften. Im Idealfall öffnen Sie das Fenster. Dies kann auch schon während des Duschens geschehen. Sollte Ihr Bad über kein Fenster verfügen, sollte zwingend die Lüftung eingeschaltet werden. Auch an Tagen, an denen nicht geduscht wird, sollte das Fenster für 5-10 Minuten geöffnet werden. Am besten wird auch die Badezimmertür geschlossen gehalten, damit die Luftfeuchtigkeit nicht in die Wohnung entweichen kann. Das Badezimmer sollte zudem konstant beheizt werden.

Auch feuchte Wäsche und Handtücher sollten besser nicht im Badezimmer aufgehängt werden. Zudem empfiehlt es sich, die Oberflächen abzuziehen und zu trocknen, damit ein Großteil der Feuchtigkeit bereits entfernt wird. Zudem können Sie zwischen Wand und Fliesen eine Dampfsperrfolie einziehen. Im Bad sollten Sie zudem ehr auf Kalkputz zurückgreifen, da dieser einer Schimmelbildung entgegen wirkt. Grundsätzlich sollten Sie zudem alle 10-20 Jahre die Silikonfugen erneuern.

Was tun gegen Schimmel im Bad?

Wenn Sie Schimmel im Bad entdecken, sollten Sie diesen möglichst schnell beseitigen. Meist sind Bereiche wie Fugen, Armaturen oder auch Duschvorhänge betroffen. Hier kann man mit einem speziellen Reinigungsmittel einfach den Schimmel entfernen. Geeignet sind hier vor allem Brennspiritus oder andere alkoholhaltige Substanzen mit einem Alkoholgehalt von mindestens 70 %. Weiter sollte man einen alten Lappen und Handschuhe verwenden. Gegebenenfalls sollten Sie zusätzlich eine Atemmaske tragen. Während der Reinigung ist es ratsam, das Fenster geöffnet zu halten.
Sind die Wände betroffen, so sollte sich dies ein Fachmann ansehen. Hier kann es nämlich sein, dass der Schimmel nicht nur oberflächlich besteht, sondern schon tiefer in die Wand eingedrungen ist. Dies bedarf einer professionellen Beseitigung. Allein bei oberflächigen Schimmelbefall an der Tapete kann das Überstreichen des Schimmels eine Option sein. Zudem sollte der Fachmann schauen, was die Schimmelbildung begünstigt und nach Möglichkeit Abhilfe schaffen, damit der Schimmel nicht nach kurzer Zeit erneut auftritt.

Wie bekommt man die Feuchtigkeit aus dem Bad?

Die wichtigste Maßnahme gegen Feuchtigkeit im Badezimmer ist das Lüften. Vor allem das Stoßlüften entfernt einen Großteil der feuchten Luft. Zudem sollte die Heizung konstant laufen, da warme Luft die Feuchtigkeit besser absorbieren kann. Alternativ oder zusätzlich kann ein Entlüfter genutzt werden. Weiter sollten alle feuchten Textilien aus dem Raum verbannt werden.

Was tun bei Schimmel im Bad ohne Fenster

Wenn Sie in Ihrem Badezimmer kein Fenster haben, dann müssen Sie eine Lüftungsanlage anbringen. Ansonsten werden Sie kaum eine Chance haben, die Feuchtigkeit aus dem Raum zu bekommen. Ebenso sollten Sie nach dem Duschen oder Baden die grobe Nässe aufwischen und feuchte Oberflächen mit einem Handtuch gut trocknen. Alle feuchten Textilien sind außerhalb des Badezimmers aufzubewahren. Am besten werden diese auf dem Balkon oder im Keller getrocknet. Weiter sollten Sie auf eine angenehme Umgebungstemperatur von 21-23 Grad Celsius achten.

Wie bekommt man den schwarzen Schimmel aus den Silikonfugen?

Schwarzen Schimmel können Sie mit einem Hausmittel sehr gut aus den Silikonfugen entfernen. Dazu nehmen Sie Essig und vermengen diesen mit Wasser. Zudem können sie auch eine Paste aus Wasser und Backpulver anrühren und diese auf die Fugen reiben. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Dan Klorix. Dieses Mittel sollte am besten unter Verwendung von Handschuhen aufgetragen werden. Das Mittel wird auf Küchenkrepp aufgetragen, welches anschließend auf die befallenen Stellen gelegt wird. Dort sollte es für 24 Stunden verbleiben und gegebenenfalls nachgenässt werden. Alternativ können Sie dem Schimmel auch mit Spülmittel und Scheuersand zu Leibe rücken.

Wer haftet bei Schimmel im Bad: Mieter oder Vermieter?

Das Thema Schimmelbildung in der Wohnung führt immer wieder zu Streitigkeiten und Unklarheiten bezüglich der Haftung und Verantwortung für diese Schäden. Dabei gilt hier aber grundsätzlich, dass eine Ursachenprüfung durchgeführt werden muss. Die Ursachen eines Schimmelbefalls können zum einen auf einen falschen Umgang zurückzuführen sein, aber auch auf bauliche Mängel.

Grundsätzlich haben Mieter auch das Recht, das Mietverhältnis fristlos zu kündigen, wenn die entsprechenden Grenzwerte für Schadstoffe nicht mehr eingehalten werden. Mieter haben grundsätzlich die Pflicht, die Wohnräume ausreichend zu lüften. Schimmel kann aber wie bereits erwähnt auch durch bauliche Mängel begünstigt werden. So können undichte Wasserleitungen, Schäden am Dach oder eine mangelhafte Dämmung eine Schimmelbildung hervorrufen. Bei baulichen Mängeln hat der Mieter Anspruch auf Mietminderung bei Schimmelbefall. Zudem muss der Schimmel auf Kosten des Vermieters beseitigt werden. Die Mietminderung gilt bis zum Abschluss der Arbeiten. Die Höhe der Mietminderung richtet sich nach der Größe des Befalls gemessen an der Wohnfläche. Ein Schimmelbefall gilt als Mangel und muss dem Vermieter laut §536c Abs. 1 BGB unverzüglich angezeigt werden. Das Recht auf Mietminderung ergibt sich aus § 536 Abs. 1 S.2 BGB. Der Mieter hat grundsätzlich in Bezug auf die Wohnräume die Pflicht, diese ordentlich zu Heizen und zu Lüften. Dies kann gegebenenfalls auch im Mietvertrag niedergeschrieben werden. Verantwortlich für eine Schimmelbildung ist der Mieter nur dann, wenn ihm eine Pflichtverletzung nachzuweisen ist. Nur dann kann der Vermieter gegebenenfalls auch eine Schadenersatzforderung geltend machen.