Wärmebrücken als Schimmel­verursacher

Der Begriff "Wärmebrücke" fällt häufig im Rahmen einer festgestellten Schimmelbelastung in der Wohnung.

Da Schimmel in der Wohnung sowohl rechtlich einen Mietmangel gemäß §536 BGB darstellt als auch die Gesundheit von Mieterinnen und Mietern gefährdet, widmen wir von LAWIO uns diesem Thema im folgenden Beitrag.

 

Was sind Wärmebrücken in der Wohnung?

Bei einer Wärmebrücke handelt es sich um einen Bereich des Hauses bzw. der Wohnung, in welchem die Wärme schneller verloren geht als an anderen Stellen. Charakteristisch für eine Wärmebrücke ist, dass die Temperaturen an der Innenseite des Bauteils niedriger sind als im restlichen Raum. Die konstante Auskühlung von betroffenen Wandflächen erfolgt oftmals aufgrund vom Einsatz verschiedener Baumaterialien, welche unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten aufweisen. Aus dieser physikalischen Gegebenheit resultiert ein erhöhter Energieverbrauch.

Weiter gehen mit diesen Wärmebrücken Feuchtigkeitsprobleme einher und es kommt vermehrt zu Tauwasseransammlungen. In schwerwiegenden Fällen können Wärmebrücken ursächlich für eine Schimmelbildung sein. Hierdurch kann es zu ernsten Schäden an der Bausubstanz kommen. Eine Wärmebrücke tritt meist dort auf, wo zwei Bauteile aufeinander treffen. Dabei gibt es die sogenannten konstruktiv bedingten Wärmebrücken, die geometriebedingten und solche, welche durch eine unsachgemäße Verbauung entstanden sind.

Was ist der Unterschied zwischen Kältebrücken und Wärmebrücken?

Die Begriffe "Wärmebrücke" und "Kältebrücke" beschreiben den selben physikalischen Prozess: Wärme entweicht bspw. an einer magelhaft isolierten Wandfläche, welche deshalb in der Folge auskühlt.

Umgangssprachlich wird die Wärmebrücke auch als Kältebrücke bezeichnet, welches aus wissenschaftlicher Sicht allerdings nicht ganz korrekt ist. Dennoch wird der Begriff "Kältebrücke" häufig von Mietern und Handwerkern genutzt.

Ob nun der Begriff Wärme- oder Kältebrücke verwendet wird, es gilt stets:

Durch eine Wärmebrücke kommt es zu niedrigeren Temperaturen im Innenbereich der Wärmebrücke und der direkten Umgebung. Dies führt zum einen zu einem Wärmeverlust, aber auch zu einem Energieverlust, zu Feuchtigkeitsproblemen in Bezug auf Kondenswasser oder zu einer erhöhten Gefahr für Schimmelbildung. Wärmebrücken treten häufig dort auf, wo verschiedenartige Materialien aufeinander treffen, oder aber es die geometrischen Gegebenheiten verursachen. Auch kann eine Kältebrücke aufgrund einer Konstruktion entstehen.

Wo befinden sich typischerweise Wärmebrücken in der Wohnung?

Wärmebrücken können sich im Bereich von Balkonen befinden, in Hausecken, an der Attika oder auch dort, wo Fenster und Türen verbaut sind. Dies gilt auch für die Übergänge der Fensterbank oder das Areal des Rollladenkastens. Auch findet man Wärmebrücken häufig im Bereich von Deckenanschlüssen.

Wie begünstigen Wärmebrücken die Schimmelbildung?

Schimmelbildung wegen Wärmebrücken wird besonders in der kalten Jahreszeit begünstigt. In dieser Phase herrschen draußen kalte Temperaturen. Im Inneren der Räume hingegen sind die Temperaturen höher. Physikalisch versucht die Wärme, nach außen zu dringen. Dies wird durch eine ordentliche Dämmung jedoch verhindert. Ist die Dämmung jedoch mangelhaft, kann die Wärme leichter und schneller den Raum - über die sogenannte Wärmebrücke - verlassen. Hier kommt es zu einer schnelleren Abkühlung der Bauteile.

Trifft nun warme Raumluft auf einen kälteren Bauteil, dessen Wärmedurchlasswiderstand geringer ist als im restlichen Raum, so kommt es zu einer starken Abkühlung. Feuchtigkeit kann nicht mehr gehalten werden und tritt als Kondenswasser ab. Das Bauteil wird durchfeuchtet und wird weder erwärmt noch getrocknet. An diesen feuchten Stellen kann es dann verstärkt zu einer Schimmelbildung kommen, da niedrige Temperaturen und Feuchtigkeit eine Schimmelbildung begünstigen.

Wie können die Wärmebrücken beseitigt werden?

Da nun bekannt ist, welche Risiken mit einer Wärmebrücke einhergehen, ist es interessant zu wissen, wie sich eine Wärmebrücke beseitigen lässt.

Handelt es sich um einen Bestandsbau, so müssen Wärmebrücken nachträglich beseitigt werden. Hierfür müssen die Stellen zunächst lokalisiert werden. Dies gelingt mit Hilfe einer Gebäudethermografie. Eine Möglichkeit der Beseitigung ist im Übrigen auch eine energetische Sanierung. Um die Wärmebrücke zu beseitigen, muss gegebenenfalls eine neue Dämmung eingezogen werden. Diese wird mit speziellen Fassadendübeln an der Hauswand befestigt. Im Bereich der Fußböden lässt sich auch sehr gut eine Isolierung mit Kork erzielen.

Wärmebrücken, die im Bereich von Fenstern auftreten, lassen sich durch besser Gummidichtungen eliminieren. Auch lässt sich hier eine Winddichte durch sogenanntes Kompriband erzielen. Im Bereich von Fensterbänken sollte man entweder eine gute Isolierung wie Holz verwenden, oder den Innen- und Außenteil gut abtrennen und eine Dämmung zwischenziehen. Auch Rolllädenkästen können separat isoliert werden. Sollte eine Wärmebrücke im Bereich des Kellers vorliegen, kann eine Sockeldämmung Abhilfe schaffen. Grundsätzlich kann man sich bei allen Fragen aus diesem Bereich an einen Energieberater wenden.Dieser kann sich die Gegebenheiten vor Ort ansehen und gezielte Maßnahmen empfehlen. Zudem sollten festgestelle Mängel stets unverzüglich beim Vermieter gemeldet werden.