Ausfall der Warmwasserversorgung: Was Mieter beachten sollten, wenn das Wasser kalt bleibt

Wer feststellt, dass kein warmes Wasser aus den Wasserhähnen in eignen Zuhause fließt, ärgert sich selbstverständlich. Kalt Duschen mag vielleicht gesund sein und macht wach, unfreiwillig stellt jedoch kaum jemand gerne die Dusche kalt. Bei gekoppelten Systemen kann es sogar passieren, dass neben der niedrigen Wassertemperatur auch noch die Heizung kaputt ist. Doch was muss in Mietwohnungen und Mietshäusern beachtet werden, wenn kein Warmwasser fließt, wie soll man den Warmwasserausfall melden und welche Rechte stehen dem Mieter zu, wenn das Wasser kalt bleibt? Diese und weitere Fragen beantworten wir in diesem Beitrag.

Ein Warmwasserausfall schränkt die Wohnqualität ein

Heutzutage ist die Warmwasserversorgung in jedem Haushalt eine Selbstverständlichkeit. Wer plötzlich keine warme Dusche genießen kann oder das Geschirr kalt abwaschen muss, fühlt sich zurecht in seiner Wohnqualität eingeschränkt. Das deutsche Mietrecht spricht in einem solchen Fall von einem Mangel, welcher zu Mietminderung berechtigt. Der Anspruch auf Mietminderung entsteht dann "per Gesetz", dennoch müssen einige Punkt, wie z.B. die Anzeigepflicht beachtet werden.

Ausfall der Warmwasserversorgung: Der Vermieter muss informiert werden

Wie bei jedem Mietmangel ist es wichtig, dass der Vermieter darüber informiert wird. In manchen Mietshäusern sind für die Entgegennahme solcher Schadensmeldungen Hausmeister oder Hausverwaltungen zuständig. Am besten informieren Sie die zuständige Stelle schnellstmöglich, sodass der Vermieter die Behebung des Mangels schnellstmöglich in Auftrag geben kann. Für die Geltendmachung von Mietminderungsansprüchen empfiehlt es sich, die Meldung nicht nur telefonisch abzusetzen, sondern ebenfalls schriftlich, z.B. per E-Mail zu senden, damit der Zeitpunkt der Meldung im Nachhinein noch nachgewiesen werden kann.

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Niedrige Wassertemperatur: Wann gilt das Wasser als "zu kalt"?

Jeder Mensch hat wohl eine etwas andere Empfindung, wann das Wasser eine angenehme Temperatur hat. Deswegen stellt sich die Frage, ab wann ist das Wasser denn eigentlich "zu kalt"? Gilt lauwarmes Wasser ebenso wie gar kein Warmwasser als Mietmangel und man kann die Miete mindern?

Das Amtsgericht München hat in einem Fall 2011 geurteilt, dass die Temperatur des Warmwassers beim Befüllen einer Badewanne mindestens 45 Grad Celsius betragen muss, sodass eine Badetemperatur von 41 Grad Celsius erreicht werden kann. Auch der Deutsche Mieterbund schreibt, dass der Vermieter die Warmwasserversorgung des Mietshauses für 24 Stunden am Tag, über das ganze Jahr in Betrieb halten muss. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes muss hierbei eine Mindesttemperatur von 40 Grad Celsius bis 50 Grad Celsius eingehalten werden. Einzelfälle sprechen sogar von einer Temperatur bis zu 60 Grad Celsius.

Ist eine Absenkung der Warmwassertemperatur in der Nacht zulässig?

Der Vermieter darf die Temperatur des Warmwassers in den Nachtstunden nicht absenken. Die Versorgung mit Warmwasser muss rund um die Uhr aufrecht gehalten werden. Anders ist das bei der Heizung. Eine funktionierende Heizung darf in den Nachtstunden etwas abgesenkt werden. Hierüber und über Probleme mit einer defekten Heizung haben wir ausführlich in diesem Beitrag berichtet.

Warmwasserausfall am Wochenende - Notdienst anrufen?

Den Zeitpunkt, wann kein warmes Wasser aus den Wasserhähnen kommt, können wir uns leider nicht aussuchen. Nicht selten passiert es also, dass das Wasser am Wochenende oder zu Nachtzeiten kalt bleib. Ein Anruf bei der Hausverwaltung bleibt dann meist unbeantwortet. Doch wie schafft man in einem solchen Fall schnellstmögliche Abhilfe? Viele Miethäuser haben für solche Fälle Notdienste, die in solchen Fällen rund um die Uhr zu erreichen sind. Informieren Sie sich über die Vorgehensweise in Ihrem Haus, häufig hängen solche Notrufnummer in den Fluren oder in Glaskästen aus.

Wie hoch fällt eine Mietminderung bei Warmwasserausfall aus?

Minderungsquoten bemessen sich jeweils nach den Umständen des Einzelfalls. Es gibt keine gesetzliche Regelung, wie viel Prozent Mietminderung bei Ausfall der Warmwasserversorgung den Mietern zusteht. Daher ist eine pauschale Antwort auf diese Frage nicht möglich. Für die Höhe der Mietminderung ist insbesondere das Ausmaß der Beeinträchtigung ausschlaggebend. Nachfolgend haben wir einige Gerichtsurteile zusammengefasst und die jeweiligen Mietminderungsquoten dazu beschrieben:

Das Amtsgericht Köln hat sich mit einem Fall beschäftigt, bei dem der Mieter darüber klagte, dass in den Nachtstunden lediglich kaltes Wasser zur Verfügung steht. Da die Söhne des Mieters morgens um 4:00 bzw. 5:00 Uhr aufstehen mussten, betraf sie die Einschränkung des Warmwassers direkt und eine warme Dusche am Morgen war nicht möglich. Im Mietvertrag befand sich eine Klausel, die besagte, dass die Zentral-Warmwasserversorgung von 7:00 bis 22:00 Uhr sachgerecht in Betrieb gehalten werde. Der Mieter hielt diese Klausel für unwirksam. Das Amtsgericht Köln bestätigte, dass der Vermieter dazu verpflichtet ist, die Warmwasserversorgung rund um die Uhr zu gewährleisten und bei der Temperatur des Wassers stets zwischen 40 bis 50 Grad erreicht werden müssen. Gemäß der Beeinträchtigung der Mieter sprach das Amtsgericht Köln hier eine Mietminderung von 7,5 % aus.

In einem anderen Fall ging es vor dem Amtsgericht München darum, dass eine Familie in ihrer Mietwohnung kein warmes Wasser hatte, da der Boiler defekt war. Das Gericht betonte in diesem Fall, dass durch das Fehlen des Warmwassers eine Benutzbarkeit der Dusche bzw. Badewanne fast komplett unmöglich sei. Weiter betont es, dass auch in den Sommermonaten gewöhnlicherweise warm geduscht wird, weswegen hier nicht zwingend von einer geringeren Beeinträchtigung als im Winter auszugehen ist. Im Urteil sprach das Amtsgericht der Familie eine Mietminderung von 15% pro Monat zu.

Das Landgericht Berlin urteilte in einem Fall eines defekten Durchlauferhitzers mit einer Minderungsquote von 3%. Der Mangel bestand hierbei darin, dass das warme Wasser erst nach einer sehr langen Vorlaufzeit eine angenehme Temperatur erreicht hatte.

Fazit

Eine funktionstüchtige Warmwasserversorgung sollte in jedem Miethaushalt gewährleistet sein. Eine Wohnung ist nur dann ordnungsgemäß und mangelfrei, wenn die Warmwasserversorgung rund um die Uhr gewährleistet ist und die zu erreichende Temperatur den Richtlinien entspricht. Hierbei geht man von einer Mindesttemperatur zwischen 40 und 50 Grad Celsius aus. Ein Ausfall der Warmwasserversorgung kann zu Mietminderungsansprüchen führen. Eine Mietminderung wegen ausschließlich kaltem Wasser ist nicht zwingend nur in den Wintermonaten zulässig. Wie hoch die Mietminderung ausfällt, ist vom Einzelfall auszumachen. In jedem Fall muss der Vermieter bzw. der Hausmeister oder die Hausverwaltung schnellstmöglich über den Mangel informiert werden.

Erstellen Sie jetzt hier Ihre kostenlose Schadensmeldung. Nach Erstellung können Sie diese an Ihren Vermieter weiterleiten und so rechtssicher den Schaden melden.

In unseren Blog-Artikel finden Sie weitere Infos zum Thema Mietminderung bei Warmwasserausfall.

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